Gra­zer Bä­cker: Das ist der „Neue“

Kleine Zeitung Steiermark - - Graz - Von Andrea Rie­ger Wäh­rend Bartl

New­co­mer und al­ter Ha­se zugleich: Wolf­gang Bartl hat gleich zwei Gra­zer Tra­di­ti­ons­bä­cke­rei­en über­nom­men, die im Früh­ling zu­sper­ren muss­ten.

Gleich zwei Hi­obs­bot­schaf­ten aus der Bä­cker­zunft hielt das heu­ri­ge Früh­jahr für die Gra­zer be­reit. Im März schloss die Tra­di­ti­ons­bä­cke­rei Wölfl in der An­drit­zer Reichs­stra­ße ih­re To­re. Ei­ni­ge Ta­ge spä­ter zog Andre­as Stroh­may­er ei­nen Schluss­strich und sperr­te die Fi­lia­len in der Sack­stra­ße und am Kar­lau­platz zu. Wie­der zwei be­kann­te Fa­mi­li­en­be­trie­be we­ni­ger. Der Auf­schrei in Graz war groß. Was dann im Co­ro­na-durch­ein­an­der ein we­nig un­ter­ging: Bei­de Stand­or­te sperr­ten nur kur­ze

Zeit spä­ter wie­der auf, und das un­ter ei­ner Füh­rung. Wolf­gang Bartl (64), ein „Neu­er“im Gra­zer Bä­cker­uni­ver­sum steckt da­hin­ter. im Ge­gen­satz zu Au­er, Sor­ger, Kern & Co in Graz bis jetzt kaum je­mand kennt, ge­hört die Bä­cke­rei in Deutsch­lands­berg be­reits zu den alt­ein­ge­ses­se­nen Be­trie­ben. „Ich ha­be mich 1981 mit 24 Jah­ren dort selbst­stän­dig ge­macht“, er­in­nert sich Bartl zu­rück. Nur 30.000 Schil­ling, die be­schei­de­nen Er­spar­nis­se sei­ner Oma, hat­te er in der Ta­sche, um den Schritt zu wa­gen, von dem er schon als Lehr­ling ge­träumt hat­te. „In ei­ner An­zei­ge der Klei­nen Zei­tung war die Bä­cke­rei in Deutsch­lands­berg zur Über­nah­me aus­ge­schrie­ben, und ich hab die Jahr­hun­dert­chan­ce er­grif­fen“, er­in­nert er sich schmun­zelnd zu­rück. Drei Stand­or­te be­treibt Bartl mitt­ler­wei­le in der Be­zirks­haupt­stadt. Zur Bä­cke­rei kam der Kaf­fee­haus­be­trieb da­zu und nun eben die bei­den Gra­zer Fi­lia­len. 36 Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt der Deutsch­lands­ber­ger nun, Le­bens­ge­fähr­tin Il­se Ehr­le un­ter­stützt ihn als „gu­ter Geist im Hin­ter­grund“.

Ist das der Grund­stein für ein wei­te­res Bä­cker-im­pe­ri­um in der Lan­des­haupt­stadt? „Ich ha­be kei­ne wei­te­ren Ex­pan­si­ons­plä­ne“, ver­neint Bartl. Auf den Gra­zer Markt drängt der Un­ter­neh­mer trotz­dem selbst­be­wusst. „Ich bin und blei­be ein Hand­werks­bä­cker“,

un­ter­streicht er. Ein­ge­fro­re­ne Teig­lin­ge, die in den Fi­lia­len auf­ge­ba­cken wer­den, oder fer­ti­ge Back­mi­schun­gen, das gibt es bei Bartl nicht, der selbst noch täg­lich vor dem Mor­gen­grau­en in der Back­stu­be steht.

Ge­ba­cken wer­den Bau­ern­brot, Sem­meln, Tor­ten & Co zen­tral in Deutsch­lands­berg. Nur ei­nes kauft man zu: die be­lieb­ten

NI­CHO­LAS MAR­TIN

Wolf­gang Bartl vor sei­nem Ge­schäft in der Sack­stra­ße

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