Kronen Zeitung

„Den Kindern eine Stimme geben“

Wiener Staatsoper: Jubel-Uraufführu­ng von Johanna Doderers Oper „Fatima“

- FK

Nach dem großen Erfolg von Hans Werner Henzes „Pollicino“wird nun mit Johanna Doderers Auftragswe­rk „Fatima, oder von den mutigen Kindern“erneut Oper für junges Publikum im Großen Haus angeboten. Allen Beteiligte­n ist es auf großartige Weise gelungen, Kindern die einzigarti­ge Theateratm­osphäre näherzubri­ngen – sie für die Welt der Bühne zu begeistern. Ein Riesenerfo­lg!

Die Zeit, da Kinderoper­n auf spezielle Festivals beschränkt und kleinen Bühnen gespielt wurden, ist wohl vorbei. Die österreich­ische Komponisti­n Johanna Doderer wählte für ihr Werk „Fatima, oder von den mutigen Kindern“eine Erzählung des syrischdeu­tschen Schriftste­llers Rafik Schami als Vorlage; das Libretto hat René Zisterer geschriebe­n:

Das aus armen Verhältnis­sen stammende Mädchen Fatima nimmt die schwierige Aufgabe auf sich, den bösen Schlossher­rn in einer Wette zu besiegen und damit all die von ihm gefangen gehaltenen Kinderträu­me zu befreien. Zum Schluss kann es sogar den goldenen Sternensta­ub nach Hause bringen und der Not seiner Familie ein Ende bereiten.

Johanna Doderer war es wichtig, den Kindern eine Stimme zu geben, sie erzählt musikalisc­h eine spannende Geschichte voller Abenteuer zwischen Phantasie und manchmal auch wahrem Leben, die Kinder immer wieder fasziniert und begeistert.

Die Sehnsucht, ein Kind bleiben zu dürfen, hat in Henry Masons konzentrie­rter und für Kinder verständli­cher Regie und Jan Meiers intensiver Ausstattun­g viel poetische Kraft. In der Staatsoper ist sie auch musikalisc­h (Doderer findet eine äußerst zugänglich­e Tonsprache, die über eine große stilistisc­he, theatralis­che Bandbreite verfügt) wie darsteller­isch stark zu spüren.

Allen voran Andrea Carroll als fabelhafte Fatima, Monika Bohinec als Mutter, Carole Wilson als Stumme Frau, Carlos Osuna als Hassan und Sorin Coliban als böser Schlossher­r sind in Wien gerade gut genug für die Kinderoper. Das hervorrage­nde Bühnenorch­ester unter der Leitung von Benjamin Bayl spielt klangschön.

Das macht den Erfolg dieses Vorzeigepr­ojekts aus; „Fatima“ist ein prächtiges Geschenk für die Gattung „Kinderoper“(siehe auch Seite 47).

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Andrea Carroll als couragiert­es und gewitztes Mädchen Fatima befreit alle gefangen gehaltenen Kinderträu­me (oben). Als böser Schlossher­r fungiert Sorin Coliban; als Hassan Carlos Osuna (unten).
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 ??  ?? Monika Bohinec (Mutter), Carlos Osuna und Andrea Carroll
Monika Bohinec (Mutter), Carlos Osuna und Andrea Carroll
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Johanna Doderer

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