Kin­des­miss­brauch: „ Schwe­re Schä­den der Psy­che mög­lich“

Nach Skan­dal­ur­teil Was mit ei­ner jun­gen See­le pas­siert

Kronen Zeitung - - Österreich -

Nur 18 Mo­na­te Haft auf Be­wäh­rung und 2160 Eu­ro Geld­stra­fe ( nicht rechts­kräf­tig) fass­te ein 25- Jäh­ri­ger aus, der acht Kin­der se­xu­ell miss­braucht ha­ben soll. Wie be­rich­tet, er­stat­te­te der ehe­ma­li­ge Päd­ago­ge Selbst­an­zei­ge, der Schöf­fen­se­nat ge­währ­te ihm dar­auf­hin ei­ne zwei­te Chan­ce – das mil­de Ur­teil lös­te Kopf­schüt­teln aus. Im „ Kro­ne“- In­ter­view skiz­ziert ei­ne Kin­der­psy­cho­lo­gin mög­li­che Fol­gen für die jun­gen Op­fer.

Frau Dr. Weg­richt, was lö­sen se­xu­el­le Über­grif­fe in der Psy­che ei­nes Kin­des aus?

Die Op­fer neh­men es un­ter­schied­lich wahr – das Al­ter ist ent­schei­dend. Je nach Au­s­prä­gung des Über­griffs kön­nen aber na­tür­lich schwe­re psy­chi­sche Schä­den ent­ste­hen – von Angst­zu­stän­den bis hin zum Trau­ma. Wie merkt man als El­tern­teil, dass das ei­ge­ne Kind Op- fer von se­xu­el­ler Ge­walt war oder ist?

Es sind Ve­rän­de­run­gen merk­bar, zum Bei­spiel, wenn das Kind kaum noch spricht oder ein­nässt. Wie soll­ten El­tern da­mit um­ge­hen?

El­tern spie­len die zen­tra­le Rol­le. Wenn Kin­der er­zäh­len, muss man oh­ne Ent­set­zen zu­hö­ren, be­vor sie wie­der ver­stum­men. Wenn sich El­tern nicht im­stan­de füh­len zu hel­fen, soll­te man un­be­dingt bei Fach­leu­ten – Psy­cho­lo­gen oder Trau­ma­to­lo­gen – Hil­fe su­chen.

Min­des­tens acht Kin­der wur­den in Salz­burg Op­fer von se­xu­el­lem Miss­brauch.

Die re­nom­mier­te Wie­ner Kin­der­psy­cho­lo­gin Dr. El­frie­de Weg­richt.

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