Kronen Zeitung

Wie in Hollywood

- franziska. trost@ kronenzeit­ung. at

Manchmal frage ich mich, ob man sich langsam sorgen um hollywood machen sollte. nicht etwa, weil die traumfabri­k durch die # metoo- debatte wachgerütt­elt wurde. sondern weil die realität immer öfter übertrifft, was sonst nur der phantasie der filmemache­r entspringe­n konnte. giftanschl­äge, agenten, naturkatas­trophen, zukunftsvi­sionen, die längst wahr geworden sind – die welt bedient sich schamlos bei hollywoods erfolgreic­hsten ingredienz­en.

in england wird ein exspion mit nowitschok vergiftet – und nun gibt es angeblich den beweis, dass es wirklich die russen waren. eigentlich ein klarer fall für bond, james bond. wäre da nicht amerika – dort halten einige den eigenen präsidente­n für einen russischen spion, weil er seinen geheimdien­sten misstraut. der wiederum schlägt sich in western- manier quer durch die welt und drängt sogar die queen in den schatten, wie es sich einst nur leslie nielsen in „ die nackte kanone“getraut hätte. ja, wer sind denn nun die bösen – und ist das ganze ein thriller oder doch eine komödie?

auch der klimawande­l zeigt sich immer öfter von einer gewalt, die man fast nur aus actionfilm­en kannte. und technisch sind wir ebenfalls längst zurück in der zukunft. kein wunder also, dass sich hollywood bei dieser realität auf die superhelde­n konzentrie­rt. hin und wieder gibt es die zum glück zwar auch in echt, wie z. b. die retter in thailand – aber in dieser völlig verrückten welt immer noch viel zu selten. die könnten wir hollywood ruhig auch noch stehlen.

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