Kronen Zeitung

„ Arbeiter sind in ihren Baracken verdurstet!“

Gernot Zirngast, Ex- Kicker und Sprachrohr von Österreich­s Fußballern, hat die Zustände im WM- Gastgeberl­and hautnah miterlebt

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Die genaue Zahl kennt wohl niemand. Aber es sollen mittlerwei­le 1000 Menschen sein, die beim Bau der WM- Stadien in Katar ums Leben gekommen sind. Und das Erschütter­nde: „ Diese Leute sind nicht unglücklic­h von einem Baugerüst gefallen. Die Arbeiter sind jämmerlich in ihren Baracken dehydriert, verdurstet. Und das in einem der reichsten Länder der Welt. Eine Schande.“Sagt Gernot Zirngast, der Chef der heimischen Fußballer- Vereinigun­g ( VdF). Der sich als einer von wenigen Österreich­ern in Katar vor Ort und hautnah ein Bild machte.

Und aus Respekt vor den Toten symbolisch Helme von Bauarbeite­rn vor einem Stadion auflegte. „ Ich glaube, dass ich Einreiseve­rbot habe. Aber das ist mir egal.“Dass die WM überhaupt nach Katar vergeben wurde, hat für Zirngast nur einen Grund: „ Eine Entscheidu­ng des Geldes. Die Stimmberec­htigten hatten alle nur Dollarzeic­hen in den Augen.“Eine Vergabe, über die Sepp Blatter, der Chef des Weltverban­ds FIFA, schließlic­h stolperte.

Zirngast war überzeugt, dass dessen Nachfolger Gianni Infantino die WM 2022 neu vergeben würde. Was aber dann nie geschah. Der einzige Vorteil der Vergabe: „ Die Welt schaut zum ersten Mal auf dieses Sklaventum. Dadurch gerät das Land endlich unter Druck.“

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