Kronen Zeitung

Justiz hält Ex- Diplomat für schuldlos

Im Glauben, ihre Tochter ( 4) wäre vom Opa missbrauch­t worden, tötete eine Wienerin im Jänner ihren acht Monate alten Sohn. Jetzt wurde das Verfahren gegen den früheren Botschafte­r eingestell­t.

- MArtinA Prewein

Diese Familientr­agödie hat ganz Österreich erschütter­t: Am 3. Jänner erstickte eine 37- Jährige im SMZ- Ost ihren kleinen Buben, sie versuchte auch, ihre Tochter zu erwürgen – und wollte sich danach mit Scherben einer Glasflasch­e die Pulsadern aufschneid­en.

Die Frau war mit ihren Kindern in das Spital geflüchtet, nachdem sie – wie sie später der Kripo zu Protokoll gab – von „ fürchterli­chen Übergriffe­n“ihres Schwiegerv­aters auf die Tochter erfahren habe.

Nach einem Weihnachts­essen bei den Großeltern hätte ihr die Vierjährig­e berichtet, dass der Opa sie mit einer Art Stab zu sexuellen Handlungen genötigt und dabei gefilmt habe.

Der 69- Jährige – ein ExDiplomat – kam in Untersuchu­ngshaft. Stets beteuerte er seine Schuldlosi­gkeit. Jetzt wurde das Verfahren gegen ihn eingestell­t. Denn sämtliche Ermittlung­sergebniss­e sprechen gegen seine Täterschaf­t.

37- jährige Frau gilt als unzurechnu­ngsfähig

Auf keinem der in seiner Wohnung sichergest­ellten möglichen Tatwerkzeu­ge wurden DNA- Spuren des angebliche­n Opfers gefunden, gynäkologi­sche Untersuche­n brachten kein belastende­s Resultat. Es existieren keine Videos, die einen Missbrauch dokumentie­ren würden. Und bei Vernehmung­en seiner Enkelin ergaben sich Hinweise darauf, dass sie von ihrer Mutter suggestiv befragt wurde.

Wie mittlerwei­le ein gerichtsps­ychiatrisc­hes Gutachten belegt, litt die Frau zum Zeitpunkt ihres Verbrechen­s an schweren Wahnvorste­llungen.

Sie gilt somit als unzurechnu­ngsfähig.

Schon seit Langem dürfte sie seelisch krank sein. Wiederholt soll sie ihrem Ehemann und Freunden berichtet haben, dass sie als kleines Mädchen von Verwandten für sexuelle Dienste an Freier verkauft worden sei. In ihrem Umfeld wurden diese Erzählunge­n für wahr gehalten, und die Wienerin galt bis zu ihrer fürchterli­chen Tat als besonders fürsorglic­he Mutter.

Sie ist nun in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrec­her untergebra­cht.

Wie der Ex- Diplomat seinen „ Freispruch“aufnahm?

„ Er wusste immer“, so sein Anwalt Rudolf Mayer, „ dass letztlich alle Beweise für ihn sprechen werden. Aber der Tod seines geliebten Enkelsohns ist für ihn kaum verkraftba­r.“

Mein MAndAnt wusste immer, dAss letztliCh Alle Beweise für ihn spreChen werden. WAs ihm sChwer zu sChAffen mACht, ist der Tod seines gelieBten Enkelsohns.

Rudolf Mayer, Anwalt des Ex- Diplomaten

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Am 3. JInner erstickte eine 37- JIhrire im SMZ- Ost ihren Buben, und sie versuchte Auch, ihre Tochter zu erwürren.
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Die FrAu wAr dAvon überzeurt, dAss der MissbrAuch in diesem Zimmer reschehen sein musste.
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Kurz vor der TrArödie mAlte die VierjIhrir­e für ihre Mutter ein Bild.
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