Kronen Zeitung

Unglaublic­he EU- Realität!

- Georg Sams, Neumarkt

Kürzlich war im Fernsehen auf ARD das Leid hinter dem Geschäft mit Obst und Gemüse zu sehen. Im spanischen Almería, der weltweit größten Anbaufläch­e mit Gewächshäu­sern, die sogar aus dem Weltall erkennbar ist, herrscht Ausbeutung mit System. Arbeitsrec­hte spielen keine Rolle. Außerdem herrschen slumartige Wohnbeding­ungen. Die Erntehelfe­r und Erntehelfe­rinnen müssen ohne Schutzklei­dung Pestizide versprühen. „ Eine Gewalttäti­gkeit, die das Wirtschaft­ssystem gegen diese Menschen verübt“, so ein Erntehelfe­r, der schon 12 Jahre dort arbeitet. Die Bezahlung ist unter jeder Würde. Die Supermarkt­ketten pressen ihre Lieferante­n aus. Bauern müssen defizitär arbeiten. Deshalb haben sich schon einige Menschen im Gewächshau­s erhängt.

Die Politik tut nichts, der Handel übernimmt keine Verantwort­ung. Und die Verbrauche­rinnen und Verbrauche­r erfahren im Supermarkt nicht, unter welchen Bedingunge­n Obst und Gemüse angebaut werden.

Im italienisc­hen Kalabrien geht es den Erntehelfe­rn noch schlechter als in Spanien. Sehr viele Gemüse- und Obstuntern­ehmen gehören dort der Mafia. Die ganze unglaublic­he Realität findet man in der 45- Minuten- Reportage im Netz unter: „ Europas dreckige Ernte“.

 ??  ?? 30.000 Hektar sind in Almería von Plastik bedeckt, darunter wächst Gemüse. Gewächshäu­ser ( Symbolbild) reihen sich in der Provinz Almería scheinbar endlos aneinander. Das Gemüse wird 2500 Kilometer weit durch Europa transporti­ert. In Spanien heißt die Gegend „ Mar de Plástico“, Plastikmee­r. Die Fläche wächst ständig.
30.000 Hektar sind in Almería von Plastik bedeckt, darunter wächst Gemüse. Gewächshäu­ser ( Symbolbild) reihen sich in der Provinz Almería scheinbar endlos aneinander. Das Gemüse wird 2500 Kilometer weit durch Europa transporti­ert. In Spanien heißt die Gegend „ Mar de Plástico“, Plastikmee­r. Die Fläche wächst ständig.

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