Kronen Zeitung

Ironie & Pointen fehlen

Amstetten: D’Arienzo, „ Rock of Ages“

- OL

So schnell kann’s gehen. Eben waren noch die 60erund 70er- Jahre legendärer Hit – jetzt sind’s die 80er! Flott wurde von Chris D’Arienzo ein Musical voll Hits gebaut, das Zeit und Musik zusammenfa­sst. Aber so einfach ist die Sache dann doch nicht. Wie man bei „ Rock of Ages“in Amstettens Pölz- Halle erlebt.

Am Ende ist der Publikumsj­ubel – wie stets bei Musical- Produktion­en – einhellig. „ Rock of Ages“bringt Musik der 80er- Jahre und spinnt um die einzelnen Nummern eine hauchdünne Geschichte mit recht platten Dialogen. Die man durchaus nicht zu ernst nehmen darf!

Denn das banale Etwas will bewusst ein bonbonfarb­enes Klischee- Bild vermitteln und will gar nicht ernst genommen werden – ein Fun- Musical also, das aus der Musik lebt. Das könnte klappen, wenn man wirklich mutig überzeichn­et. Doch da bleibt man auf halbem Wege stecken.

Regisseur Alex Balga präsentier­t die üblichen Bilder, stößt aber bei Ironie und Pointen an seine Grenzen. Vieles ist halblustig, bieder, vorhersehb­ar. Da braucht es viel mehr Mut, um tatsächlic­h irrwitzige Szenen entstehen zu lassen. Choreograf Jerôme Knols bringt dazu spritzige Einlagen, aber wenig Neues. Und Bandleader Christian Frank lässt passend, laut und wild musizieren. Gut ist die Besetzung: Barbara Obermeier ist rührend bis reizend und singt hervorrage­nd; Mischa Mang ist mehr als souverän, Sasha Di Capri hat die Stimme, die man als Hauptdarst­eller braucht. Dazu ein hoch engagierte­s Tanzteam, das den Jubel wert ist!

 ??  ?? Amstetten: „ Rock of Ages“mit Alex Melcher als Lonny Barnett. Fotos: GerhArd Sengstschm­id ( 2)
Amstetten: „ Rock of Ages“mit Alex Melcher als Lonny Barnett. Fotos: GerhArd Sengstschm­id ( 2)

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