Kronen Zeitung

Warum wir kaum noch Sterne sehen

Wissenscha­fter der Uni Wien schlagen Alarm Lichtversc­hmutzung schädlich für Mensch und Tier Laue Sommeraben­de laden zu einem Blick zum Himmelsdac­h ein. Doch laut Studie der Uni Wien sind durchschni­ttlich nur noch zehn Prozent der Sterne zu sehen. Lichtve

- Martina Münzer

Wann haben Sie das letzte Mal die Milchstraß­e mit freiem Auge gesehen? Dies ist nur noch in weiter Entfernung von Städten und auf dem Berg möglich. Der Himmel über Wien ist 25-mal heller als der Naturpark Attersee-Traunsee (OÖ). Dabei wurde am Stadtrand gemessen. Als erstes Bundesland hat Oberösterr­eich flächendec­kend Lichtmess stationen eingericht­et. Demnach sind Sternenpar­ks im Naturpark

Attersee und im oberen Mühlvierte­l denkbar. Dabei ist es für Städte durchaus möglich, Lampen zu installier­en, die der Aufhellung des Nachthimme­ls entgegenwi­rken. In Kirchschla­g bei Linz und in Steinbach/Attersee scheinen Laternen, die den Himmel nicht unnötig erhellen (siehe linke Seite).

„Besonders schlecht ist blaues Licht. Es unterdrück­t beim Menschen die Melatonin-Produktion, und es kommt zu Störungen im Tag-Nacht-Rhythmus“, erklärt Stefan Wallner vom Institut für Astrophysi­k der Uni Wien. Außerdem zieht es mehr Insekten an als oranges Licht und hält sie gefangen. Während sich die Stadt Wien für Leuchtkörp­er mit hohem Blauanteil entschiede­n hat, wurde in Eisenstadt auf LEDs mit orangem Licht umgestellt.

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Auf dem Land sehen wir noch den Sternenhim­mel.
 ??  ?? Bei der Lampe unten wird der Nachthimme­l nicht unnötig erhellt.
Bei der Lampe unten wird der Nachthimme­l nicht unnötig erhellt.
 ??  ?? Der Himmel über Wien ist hell erleuchtet.
Der Himmel über Wien ist hell erleuchtet.
 ??  ?? Die Aufhellung des Nachthimme­ls nimmt global um 2,2% jährlich zu.
Die Aufhellung des Nachthimme­ls nimmt global um 2,2% jährlich zu.

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