Der Eis­bär: Sym­bol der Kli­ma­kri­se

Dra­ma­ti­sche Ap­pel­le zur Er­öff­nung der UN-Kli­ma­kon­fe­renz in Ma­drid Van der Bel­len hielt ei­ne auf­rüt­teln­de Re­de mit Ku­schel­stoff­tier

Kronen Zeitung - - ERSTE SEITE - VON DER KLI­MA­KON­FE­RENZ BE­RICH­TET MICHA­EL PICH­LER

EI­NEN DRA­MA­TI­SCHEN AP­PELL rich­te­te Bun­des­prä­si­dent Alex­an­der Van der Bel­len beim UN-Kli­ma­gip­fel an die welt­wei­te Staa­ten­ge­mein­schaft. „Un­ter­stüt­zung“er­hielt er da­bei von ei­nem Plü­scheis­bä­ren, ei­ne Ig­lu-Kun­st­in­stal­la­ti­on in Ma­drid dient eben­falls als Mah­nung.

Mit dra­ma­ti­schen Auf­ru­fen zum schleu­nigs­ten Han­deln er­öff­ne­ten UNO-Ge­ne­ral­se­kre­tär An­to­nio Gu­ter­res so­wie Staats- und Re­gie­rungs­chefs die 25. UN-Kli­ma­kon­fe­renz in Ma­drid. Bun­des­prä­si­dent Alex­an­der Van der Bel­len brach­te in sei­ner Re­de ein ein­drucks­vol­les Sze­na­rio mit ei­nem Ku­sche­leis­bä­ren.

Trifft die po­li­ti­sche und wirt­schaft­li­che Wel­t­eli­te auf teu­ren Gip­feln auf­ein­an­der, muss es meist nach oben ge­hen. Auf der Ma­dri­der Kon­fe­renz drän­gen aber al­le in kol­lek­ti­ver Rat- und Kopf­lo­sig­keit „nach un­ten“. The­ma Num­mer eins sind die Treib­haus-Emis­sio­nen, die „run­ter“müs­sen, weil die durch­schnitt­li­che Erd­tem­pe­ra­tur un­auf­hör­lich nach oben steigt und da­mit Kli­ma­ka­ta­stro­phen aus­löst. Für die­se Er­kennt­nis braucht es gar nicht ein­mal Kli­ma­kämp­fe­rin Gre­ta Thun­berg, die im­mer noch auf dem At­lan­tik in Rich­tung por­tu­gie­si­sche Küs­te schip­pert und sich zum Leid der sich vor Ort zu­sam­men­ge­fun­de­nen Kli­maak­ti­vis­ten auch noch ver­spä­tet.

Kleins­te Ei­ni­gung auf „Die Zeit drängt“

Ei­ne Ei­ni­gung auf den kleins­ten ge­mein­sa­men Nen­ner gibt es un­ter den De­le­ga­tio­nen aus 196 Na­tio­nen dann doch noch – näm­lich, dass die Zeit drängt, aber al­les zu lang­sam geht.

Von ei­nem „Krieg ge­gen die Na­tur“sprach Gu­ter­res: „Wenn wir nicht schnell un­se­ren Le­bens­stil än­dern, ge­fähr­den wir das Le­ben an sich.“Ob­wohl in Pa­ris 2015 ver­ein­bart, rei­chen die Kli­ma­schutz­plä­ne der Na­tio­nen nicht im Ent­fern­tes­ten aus, um die Er­der­hit­zung auf weit un­ter zwei Grad zu drü­cken. Geht es so wei­ter, kön­nen es um bis zu vier Grad im Schnitt mehr wer­den. Aus di­plo­ma­ti­schen Grün­den wird das Kind aber nicht ger­ne beim Na­men ge­nannt: Die größ­ten Um­welt­ver­schmut­zer wie die USA, Bra­si­li­en und Chi­na wer­den nur in­di­rekt ge­streift, USPrä­si­dent Do­nald Trump dann doch lie­ber gar nicht.

Zu­min­dest dem spa­ni­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Pe­dro Sán­chez ge­lang ei­ne An­spie­lung: „Es gibt kei­ne Mau­er, die hoch ge­nug ist, um ein Land von der Kli­mabe­dro­hung zu schüt­zen.“

Sze­na­ri­en in Wi­en mit oder oh­ne Kli­ma­plan

Van der Bel­len ver­such­te es er­folg­reich mit ei­ner Ge­schich­te über den klei­nen David, der sich um das Über­le­ben von Eis­bä­ren sorgt. In 30 Jah­ren könn­te der in­zwi­schen Er­wach­se­ne in ei­nem tro­pisch hei­ßen oder in ei­nem fein­staub­frei­en Wi­en le­ben. „Es ist nicht Schick­sal, es ist schlicht und ein­fach un­se­re Ent­schei­dung. Den­ken wir an un­se­re Kin­der, denn un­se­re Kin­der wer­den spä­ter auch an uns den­ken, was wir ge­tan ha­ben.“Den Eis­bä­ren, den Van der Bel­len zur Mah­nung wäh­rend sei­ner Re­de em­por­hob, will er David schen­ken. Er hat die­se Wo­che sei­nen 6. Ge­burts­tag.

Bild der Kli­ma­kri­se: Eis­bär, der Nah­rung in Dör­fern sucht

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