Wie Eu­ro­pa das Kli­ma ret­ten will

Atom hat kei­ne Zu­kunft 1 Bil­li­on € in „Gre­en De­al“

Kronen Zeitung - - ERSTE SEITE - Man­fred Schu­mi

Ein­tau­send Mil­li­ar­den oder ei­ne Bil­li­on Eu­ro bis 2030 will die EU aus­ge­ben, da­mit wir bis 2050 „kli­ma­neu­tral“wer­den kön­nen. Die Kom­mis­si­on stell­te ges­tern neue De­tails vor, wie sie die Kos­ten für um­welt­freund­li­che Ener­gie, bes­ser ge­dämm­te Ge­bäu­de, emis­si­ons­freie Fa­b­ri­ken usw. fi­nan­zie­ren will.

Denn der „Gre­en De­al“braucht im wahrs­ten Sinn des Wor­tes noch „grü­nes Licht“von den Mit­glieds­staa­ten und dem EU-Par­la­ment. Ei­nes steht fest: Gut die Hälf­te, 503 Mil­li­ar­den Eu­ro, wird über Steu­er­mit­tel aus dem EU-Haus­halt fi­nan­ziert. Wei­te­re 114 Mrd. € kom­men über Ko­fi­nan­zie­run­gen ein­zel­ner Pro­jek­te aus den Mit­glieds­staa­ten.

Pri­va­te und öf­fent­li­che Geld­ge­ber steu­ern zu­sätz­li­ches Geld bei, das durch EUGa­ran­ti­en ab­ge­si­chert wird. Zu­erst wird ein 100 Mrd. € schwe­rer Über­gangs­fonds auf­ge­legt, der je­nen Re­gio­nen hel­fen kann, die vom Ziel der Kli­ma­neu­tra­li­tät be­son­dern weit ent­fernt sind wie et­wa je­ne Ge­bie­te (z. B. in Po­len oder Deutsch­land), in de­nen heu­te noch Koh­le­berg­bau be­trie­ben wird.

Das Ziel die­ses gi­gan­ti­schen Um­baus ist, dass wir bis 2050 „kli­ma­neu­tral“ wer­den, al­so kei­ne zu­sätz­li­chen Treib­haus­ga­se mehr in die At­mo­sphä­re las­sen. Aus dem „Juncker-Fonds“, der Be­schäf­ti­gung und In­ves­ti­tio­nen mit Kre­di­ten för­dert, sol­len 279 Mrd. Eu­ro kom­men. Ein be­trächt­li­cher Teil des er­for­der­li­chen Gel­des wird na­tür­lich über den Ka­pi­tal­markt auf­ge­bracht. Fi­nan­ziert wer­den muss: Der weit­ge­hen­de Aus­stieg aus Koh­le, Öl und Gas. Atom­ener­gie wird aber nicht ge­för­dert (sie­he Sei­te 2).

Bes­ser ge­dämm­te Ge­bäu­de spa­ren Ener­gie.

Deut­li­che Re­duk­ti­on der Emis­sio­nen in der In­dus­trie.

Die Land­wirt­schaft soll um­welt­ge­recht pro­du­zie­ren.

Um­bau des Ver­kehrs (mehr Bahn­aus­bau, Elek­tro­mo­bi­li­tät för­dern).

„Das ist ei­ne Ge­ne­ra­tio­nen­auf­ga­be für Eu­ro­pa“, be­ton­te Kom­mis­si­ons­che­fin Ur­su­la von der Ley­en schon im De­zem­ber. Doch es tun sich noch ei­ni­ge Hür­den auf. Vie­le Mit­glie­der (auch Ös­ter­reich) blo­ckie­ren die für den Gre­en De­al nö­ti­ge Auf­sto­ckung des EU-Bud­gets. Dar­über wird es noch har­te Ver­hand­lun­gen ge­ben. Deutsch­land lehnt z. B. der­zeit ei­ne Auf­sto­ckung der Ei­gen­mit­tel der EIB (Eu­ro­päi­sche In­ves­ti­ti­ons­bank) ab, die sie für Kre­di­te an be­nach­tei­lig­te Re­gio­nen be­nö­ti­gen wür­de.

Ur­su­la von der Ley­en: Gre­en De­al ist erst der An­fang

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