Kronen Zeitung

Wilder Streit um die Eurofighte­r

Vizekanzle­r Kogler macht Druck auf Airbus

- KK

Jahrelang geschah nichts in der Causa Eurofighte­r, plötzlich geht es Schlag auf Schlag: Der Jet-Hersteller ließ einen Termin mit der Verteidigu­ngsministe­rin platzen. Die Regierung will nun Druck machen: Vizekanzle­r Werner Kogler spricht von einer „geschobene­n Partie“und will nötigenfal­ls eine Zukunft ohne Eurofighte­r.

„Sehr geehrter Herr Generalsek­retär! (. . .) Leider haben wir zu unserer Verwunderu­ng zur Kenntnis nehmen müssen, dass Frau Ministerin Tanner ein Gespräch unter Hinzuziehu­ng etlicher Gesprächst­eilnehmer führen möchte, mit der Forderung nach Wiedergutm­achung und Vertragsau­sstieg. (. . .) Dafür stehen wir nicht zur Verfügung.“

Mit diesen Worten sagte Eurofighte­r-Hersteller Airbus

ein Gespräch über Konsequenz­en aus dem jüngsten Geständnis über „politische Zuwendunge­n“im Rahmen des Deals mit Österreich ab. Die Regierung gibt sich empört, Ministerin Klaudia Tanner prüft gar eine weitere Klage gegen den Konzern.

Vizekanzle­r Werner Kogler, ein Eurofighte­r-Aufdecker der ersten Stunde, macht ebenfalls Druck: „Das ist ehrlich gesagt ein frecher Brief“, sagt der Grünen-Chef zur „Krone“. „Aber je rabiater Airbus in Sachen Eurofighte­r auftritt, desto eher müssen wir ihnen in die Parade fahren, um eine maximale Geldsumme zurückzuho­len.“

Das stellt sich Kogler wie folgt vor: Neben der Hoffnung auf eine Anklage will er „internatio­nal öffentlich­en Druck“auf den Konzern ausüben. „Das kann den Eurofighte­r-Managern nicht wurscht sein.“

Kogler: „Die Schwarzen haben stets zugedeckt“

Auch müsse man als Regierung geschlosse­n vorgehen: „Das war ja nicht immer so. Die Schwarzen haben stets zugedeckt, bei den Türkisen besteht nun die Chance auf Aufklärung und Wiedergutm­achung.“

Dass die ganze Sache „eine geschobene Partie“war, sei Kogler schon 2002

Meine Geduld ist jetzt nicht nur am Ende, sondern der Faden ist nun gerissen. Wir werden alle Varianten einer künftigen Luftraumüb­erwachung ohne Eurofighte­r prüfen.

Verteidigu­ngsministe­rin Klaudia Tanner (ÖVP)

klar gewesen. Er glaubt jedoch nicht, dass unter den 14 Personen, die laut Airbus-Geständnis mitkassier­t haben, auch Ex-Minister sind: Es seien „wohl wieder Geldkoffer­träger, über die höchstwahr­scheinlich Geld in schwarz-blau-orange Wirtschaft­s- und Politsyste­me geschleust wurde“.

Lenkt Airbus nicht ein, will Kogler „eine Luftraumüb­erwachung ohne Eurofighte­r“. Und wenn man die Jets nicht loswird? Sollen sie dann einfach irgendwo geparkt werden? Kogler: „Könnte passieren, ich will aber nicht dilettiere­n oder vorgreifen.“

 ??  ??
 ??  ?? Beschwert sich über „frechen Brief“von Airbus: Vizekanzle­r Werner Kogler (Grüne).
Beschwert sich über „frechen Brief“von Airbus: Vizekanzle­r Werner Kogler (Grüne).

Newspapers in German

Newspapers from Austria