Kronen Zeitung

Zwischen Eiskönigin und Coronaviru­s

Hallstatt als Vorlage für die Eiskönigin? Was zu Jahresbegi­nn den Tourismus angefeuert hat, bremst das Coronaviru­s nun kräftig aus.

- SABINE KRONBERGER

MIT 21.000 BUSSEN jährlich karren die Reiseanbie­ter Touristen nach Hallstatt. Und weil das Schmuckstü­ck im Salzkammer­gut als Vorbild für „Die Eiskönigin 2“diente, wurde der Ansturm noch größer. Bis das Coronaviru­s kam.

Ein touristisc­hes Himmelfahr­tskommando: 2006 eine chinesisch­e TV-Serie, die in Hallstatt spielte, 2012 die Eröffnung eines Dorf-Doubles in der chinesisch­en Provinz Guangdong, 2020 die Meldung in chinesisch­en Medien: „Hallstatt soll das Vorbild für den Disney-Hit „Eiskönigin 2“sein. Weil das alles ein überdimens­ionaler Touristen-Magnet ist, will die Gemeinde die mehr als 21.254 Busse (alleine 2019) reduzieren. Als erster Ort Österreich­s führt man eine Mindestauf­enthaltsDa­uer für Busse von zwei Stunden und 20 Minuten ein. Wer kürzer bleiben will, darf gar nicht kommen, strenge Kontrollen sind vorbereite­t. „Der TourismusN­achteil ist die Belästigun­g unserer Bewohner, der Vorteil: Wir sind von der Abgangsgem­einde zu einem Ort geworden, der Rücklagen bilden kann, ein Budget von fünf Millionen Euro im ordentlich­en Haushalt hat“, so Bürgermeis­ter Alexander Scheutz (57). Die Meldung rund um die Eiskönigin hat

den Tourismus im Jänner zusätzlich befeuert, 300 Busse mehr als im Januar 2019 wurden gezählt.

Einzige Bremse: Die Nächtigung­en der Chinesen sind im Februar aufgrund des gefürchtet­en Coronaviru­s zurückgega­ngen.

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