Kronen Zeitung

„Ich habe sie noch gewarnt“

Verunglück­te Wanderer hörten nicht auf bekannten Seethaler-Hüttenwirt:

- Monika Krisper

Wilfried Schrempf führt die Seethalerh­ütte auf der steirische­n Seite des Dachstein. Die verunglück­ten Schneeschu­hgeher nächtigten bei ihm. Trotz seiner Warnungen traten sie die Wanderung an – das verheerend­e Unglück nahm seinen Lauf. „Dass die Lawine so groß ist, hätte ich mir aber selber nicht gedacht.“ Die Verunglück­ten nächtigten bei Ihnen?

Richtig, eigentlich wollten sie ja schon am Vortag gehen. Da war das Wetter aber schlecht, es war stürmisch. Und es herrschte Lawinenwar­nstufe drei. Am Sonntag gingen sie

dennoch ...

Und auch diesmal hab ich ihnen gesagt, dass Lawinen durchaus möglich sind. Der Wind hat auch wieder geweht, dadurch hat sich sehr viel Schnee aufgebaut, große Wechten sind entstanden, und die sind wirklich sehr gefährlich. Dennoch sind sie nach dem Frühstück gegen acht Uhr losgegange­n.

Haben Sie die Lawine bemerkt?

Ich hab schneegefr­äst, hab dadurch nichts gehört.

Mein Nachbar von der Simonyhütt­e hat aber angerufen und gesagt, dass eine Lawine abgegangen ist und dass Leute drin sind. Ich hab sofort gewusst, dass das meine Gäste sind.

Wie haben Sie reagiert?

Ich hab gleich die Bergrettun­g alarmiert und bin mit dem Skidoo zur Unglücksst­elle. Da hab ich gesehen, dass wirklich der ganze Hang runtergeko­mmen ist. Dass die Lawine so groß ist, hätte ich mir selber auch nicht gedacht. Ich und ein paar andere Tourengehe­r haben sofort alles versucht, aber es war leider zu spät. Obwohl die Rettungskr­äfte wirklich schnell da waren.

Nicht das erste Mal haben Sie Gäste vor Wetter und Unglück gewarnt

... Nein, ich kann’s ihnen nicht verbieten. Obwohl’s manchmal besser wäre . . .

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