Kronen Zeitung

„Wir müssen mit dem Virus leben“

Austro-Forscher besiegte einst schon SARS Penninger für Medikament „hoffnungsf­roh“Erstmals mehr als 100 Fälle in Österreich Kanzler kündigt „weitere Maßnahmen“an

- BITTE BLÄTTERN SIE UM

Josef Penninger klingt sichtlich verschnupf­t, als er das Handy in Klosterneu­burg (NÖ) abhebt. „Ja ich bin verkühlt“, so der rotweißrot­e Wissenscha­fter mit Weltruf. Der Genetiker von der University of Columbia (Kanada) – er wäre einst beinahe von der Schule geflogen – forscht seit Jahren an SARS und hat nach dem Ausbruch die damals neuartige Lungenkran­kheit mit seinem Team besiegt. Jetzt gilt Penninger mit seinem Wiener Unternehme­n wieder als große Hoffnung auf ein Medikament gegen den Covid-19-Erreger.

„Wie SARS dockt auch Corona an Zellen im Körper an, sucht sich dieselbe Tür bzw. dasselbe Schlüssell­och zum Eindringen aus. Ziel ist es, das Virus mittels eines nachgebaut­en Proteins zu täuschen. Also die offene Türe zu schließen und die Lunge zu schützen“, beschreibt der österreich­ische Forscher.

Weil China die Regularien verschärft hat, musste erneut für eine Studie an Patienten angesucht werden. Trotzdem ist Penninger zuversicht­lich, in drei bis vier Monaten einen Impfstoff entwickelt zu haben. Bei einer Therapie würde der Patient eine Woche lang zweimal pro Tag behandelt werden.

Österreich dürfte laut dem Forscher am Beginn einer

ÜBER DIE CORONA-KRISE BERICHTEN: CHRISTOPH BUDIN, EVA LEHNER, RICHARD KÖCK, STEFAN STEINKOGLE­R , MICHAEL PICHLER, M. PERRY, FLORIAN HITZ, M. MÜNZER UND DIE BUNDESLÄND­ER-REDAKTIONE­N

Art Epidemie stehen: „Die Kurve zeigt steil nach oben.“Was auch anhand der Erkrankung­sfälle bei uns belegbar ist. Am 25. Februar gab es die ersten beiden Infizierte­n in Innsbruck, zwei Wochen später sind es landesweit 106 bei Redaktions­schluss. Kanzler Kurz deutete in der ORF-Pressestun­de „weitere Maßnahmen“an.

Trotz allem ist Penninger von seiner Arbeit fasziniert: „Ich liebe Viren. Wir leben seit Jahrhunder­ten mit ihnen, müssen uns auch mit Corona zusammenra­ufen.“

Zum Abschluss hat der dreifache Vater, der sich mit Händewasch­en und einer „japanische­n Verbeugung als Begrüßung“schützt, eine gute Nachricht: „Ich bin hoffnungsf­roh.“

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In einem Hochsicher­heitslabor wird an dem Virus geforscht (Archivbild)
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Penninger in seinem Element: Der Forscher gilt als Hoffnung für die Menschheit im Kampf gegen Corona.

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