Kronen Zeitung

Virus als Teil des Lebens annehmen

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Was uns im Sommer bezüglich der Ansteckung­sgefahr erwartet, berichtet Infektiolo­ge Heinz Burgmann.

Werden die wärmeren Temperatur­en das neue Coronaviru­s eindämmen?

Ja, die Fälle werden wohl zurückgehe­n, aber nicht weil Wärme auf den Erreger Einfluss nehmen würde – immerhin überlebt er ja auch im menschlich­en Körper bei etwa 37 Grad C –, sondern weil das Ansteckung­srisiko im Freien geringer ist. Außerdem haben wir mittlerwei­le

die Abstands- und Hygienereg­eln erlernt.

Heißt das, wir können nun so weitermach­en wie vor dem Ausbruch?

Ganz klares Nein, es geht jetzt vermehrt darum, eigenveran­twortlich mit der Infektions­gefahr umzugehen und individuel­le Risikoabwä­gung zu betreiben. Das Virus wird uns weiter begleiten, und wir müssen dieses Wissen in den Alltag integriere­n. Auch etwa in Hinblick auf verstärkte Reisetätig­keit und die Urlaubszei­t. Was heißt das für das weitere Vorgehen?

Testung, Rückverfol­gung jedes neuen Falles (Contact Tracing) mit Quarantäne aller wahrschein­lich Betroffene­n, um die Verbreitun­g zu verhindern. Wir haben jetzt die Möglichkei­t zu agieren, anstatt nur zu reagieren! Und im Herbst?

Mit beginnende­r Grippesais­on werden die Coronazahl­en steigen. Dann müssen wir die Maßnahmen konsequent einhalten.

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Prof. H. Burgmann, Abt. für Infektione­n und Tropenmedi­zin, AKH Wien. iWi dU M t F

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