Kronen Zeitung

EU beugt sich Zensur Chinas

PEKING. Wie tief kann die EU noch sinken? Die EUBotschaf­ter in Peking akzeptiert­en den Druck des chinesisch­en Außenminis­teriums und entfernten aus ihrem Gastbeitra­g für die Staatszeit­ung „China Daily“den Satz, wonach sich Corona von China aus in der Welt

- K.S.

„Man bedauert“, heißt es in der Sprache der EU-Diplomatie, dass der Gastbeitra­g nicht vollständi­g veröffentl­icht worden sei. Man habe die Möglichkei­t, den Text zurückzuzi­ehen, nicht genutzt, weil man mit dem Beitrag für „China Daily“sehr wichtige Botschafte­n zu den vorrangige­n Zielen der EU vermitteln wollte, wie zum Beispiel die Themen Klimawande­l und Menschenre­chte.

Erst in der Vorwoche hatte es in Brüssel Aufregung gegeben, weil sich ein EUDokument angeblich der

Sprachrege­lung Pekings zum Thema Corona-Pandemie „angepasst“hatte.

Klimawande­l? Menschenre­chte? Damit kann man die chinesisch­e Führung nicht in Verlegenhe­it bringen. Sie sieht sich selbst als Champion im Kampf gegen den Klimawande­l und im Kampf für die Befreiung aus Armut.

Beim Thema Corona hört sich für Peking aber der Spaß auf. Und da heißt es Rückgrat zeigen! Wer so einknickt wie die EU, darf sich nicht wundern, dass er dann auch nicht respektier­t wird.

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