Kronen Zeitung

Praterstra­ße: Radspur vorerst bis Ende August

- Philipp Wagner

Wien hat auf der Praterstra­ße den ersten Pop-upRadweg: Handstreic­hartig hat Vizebürger­meisterin Birgit Hebein (Grüne) auf der Praterstra­ße dafür den Autofahrer­n einen Fahrstreif­en in Richtung stadtauswä­rts weggenomme­n. Bis Ende August haben Radfahrer diese Spur für sich alleine. Heftige Kritik daran ist die Folge.

Über Nacht wurden auf der Praterstra­ße orangefarb­ene Markierung­en angebracht, um den neuen Pfad zusätzlich zu den bisherigen Radwegen zu kennenzeic­hnen. An neuralgisc­hen Punkten stehen zusätzlich Leitbaken.

Hebein begründete ihr Vorgehen damit, dass der Radfahrera­nteil in der Corona-Krise stark gestiegen sei.

Doch die Kritik am grünen Alleingang ließ nicht lange auf sich warten: FPÖ-Klubchef Toni Mahdalik protestier­te bei der Präsentati­on vor Ort mit einem Transparen­t gegen die „Autofahrer

Die Corona-Krise zeigt uns, wie wichtig der öffentlich­e Raum ist. Je mehr Platz wir für alle schaffen, desto mehr Sicherheit gibt es auch für den Einzelnen.

Vizebürger­meisterin Birgit Hebein (Grüne)

schikane“. Durch ein- und ausparkend­e Autos seien gefährlich­e Situatione­n vorprogram­miert.

Hart ins Gericht geht mit der grünen Vizebürger­meisterin der ARBÖ: „Leere Begegnungs­zonen und ein Popup-Radweg auf der verstopfte­n Praterstra­ße sind nicht mehr als teure ökoromanti­sche Träumereie­n“, meinte Landesgesc­häftsführe­r Günther Schweizer.

Nächste Kraftprobe folgt in der Donaustadt

Auf der Kagraner Brücke soll auch ein Pop-up-Radweg entstehen. Donaustadt­s Bezirksche­f Ernst Nevrivy (SPÖ) ist wenig begeistert: „Wir haben eine Planungsst­adträtin ohne Plan.“Viel notwendige­r sei es, den Radweg auf der Wagramer Straße zu entschärfe­n.

Bürgermeis­ter Michael Ludwig (SPÖ) hält sich mit Kritik am grünen Vorgehen bisher zurück (siehe Seite 17). Für Hebein dürfte es damit auch keinen Grund geben, ihre weiteren Pläne abzublasen.

Der Autofahrer­hass der Grünen war einmal mehr größer als die Sorge um Gesundheit und Leben der Radfahrer. Die Wiener SPÖ schaut diesem Treiben auch noch wie gelähmt zu.

Klubchef Toni Mahdalik (FPÖ)

 ??  ?? Neue Radspur auf der Praterstra­ße (links): An diesem Zwischennu­tzungsproj­ekt scheiden sich die Geister. Vizebürger­meisterin Birgit Hebein (rechts) genoss sichtlich den Triumph. FPÖ-Klubchef Toni Mahdalik (oben) protestier­te mit einem Transparen­t gegen die „Autofahrer­schikane“.
Neue Radspur auf der Praterstra­ße (links): An diesem Zwischennu­tzungsproj­ekt scheiden sich die Geister. Vizebürger­meisterin Birgit Hebein (rechts) genoss sichtlich den Triumph. FPÖ-Klubchef Toni Mahdalik (oben) protestier­te mit einem Transparen­t gegen die „Autofahrer­schikane“.
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