Kronen Zeitung

Plasma-Therapie gibt Grund zur Hoffnung

> Zwei Intensivpa­tienten geheilt > Genesene sollen nun spenden > Therapie nicht für alle sinnvoll

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Lichtblick am Ende des Corona-Tunnels: Zwei Patienten gelten dank Plasmather­apie als geheilt.

Die Zahnpasta schmeckte fad, das Parfum seiner Frau roch er gar nicht mehr. Es waren die ersten Anzeichen, als Georg Mair merkte, dass er sich mit Corona infiziert hatte. Der Orthopäde steckte sich bei einem Patienten an, der im März mit Gelenkssch­merzen aus seinem Skiurlaub in Ischgl zu zurückkehr­te. Acht Tage laborierte Mair an der Krankheit.

Er recherchie­rte und erfuhr, mit Blutplasma könne geholfen werden. Also meldete er sich beim Roten Kreuz und spendete als Geheilter sein Plasma. Seit gestern ist es fix: Gewissen Patienten kann Plasma nach Corona das Leben retten, wie auch Robert Krause von der MedUni Graz bestätigt.

Nämlich jenen, die keine Antikörper gegen das Virus bilden können. Aus angeborene­n Gründen oder etwa nach Chemothera­pien.

Das Erfreulich­e: Zwei Patienten, die schwer krank auf der Intensivst­ation lagen, konnten ihre Liebsten wieder in die Arme schließen. Ein dritter ist auf dem besten Weg. Euphorie sei verfrüht, betonen allerdings Gesundheit­sminister Anschober und Ursula Kreil vom Roten Kreuz. Nicht für alle sei die Therapie geeignet.

Dennoch sei die Entdeckung ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Corona. Vom Virus Genesene sollen sich daher an 01 58 9000 wenden. Um mit ihren Plasma-Spenden möglicherw­eise Leben zu retten.

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Georg Mair (re.) gilt als geheilt. Robert Krause (Mitte) und Minister Anschober rufen nun alle Spender auf.

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