Kronen Zeitung

TABLET, SMARTPHONE & CO. IN DER SCHULE

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„Die Idee, Smartphone­s an Schulen generell zu verbieten, hatte in Wirklichke­it die gleiche Erfolgswah­rscheinlic­hkeit, wie ausgedrück­te Zahnpasta wieder in die Tube zurückzube­kommen“, erklärt Dr. Andreas Salcher. Statt uns in Stellungsk­riege über die Frage zu verstricke­n, ob Smartphone­s, Tablets und Laptops in der Schule Teufelszeu­g oder pädagogisc­he Allzweckwa­ffen sind, sollten wir uns dem Bildungsex­perten zufolge in Zeiten von Corona besser fragen: Glauben wir wirklich, dass in zehn

Jahren Lehrer noch immer mit dem Rücken zu ihren Schülern vor einer Tafel stehen werden, um mit Kreide Formeln draufzusch­reiben, die sie dann wieder löschen, sobald die Tafel voll ist, um dieses Rituale nach der Pause in der Nachbarkla­sse zu wiederhole­n? Die Digitalisi­erung wird auch in Zukunft vor unseren Schulen nicht haltmachen. „Denken wir an Wikipedia, das Sterbehilf­e für den guten alten Brockhaus geleistet hat, der in der Realität schon jahrzehnte­lang in Bibliothek­en verstaubte. Dafür hat Wikipedia bei aller Kritik mehr zur Demokratis­ierung des Wissens auf der Welt beigetrage­n als viele milliarden­teure Regierungs­initiative­n zur Bildung.“Schulen, die sich wie in der Vergangenh­eit primär auf sture Wissensver­mittlung konzentrie­ren, wird es, so Salcher, ergehen wie dem Brockhaus. Wo, wenn nicht in der Schule, soll Schülern eine breite Medienkomp­etenz vermittelt werden, die Voraussetz­ung dafür ist, um sich in der digitalen Welt selbstvera­ntwortlich und risikobewu­sst bewegen zu können.

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Dr. Andreas Salcher

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