Kronen Zeitung

So (un)sicher ist es rund um Brunnenmar­kt

„Krone“-Faktenchec­k mit kühlen Anzeigen-Zahlen in aufgeheizt­er Diskussion zur Sicherheit in Ottakring

- Christoph Budin

Seit dem Aufreger-Video des Wiener ÖVPChefs Karl Mahrer („Verlieren wir nicht unser Wien“) ist eine hitzige Diskussion über die Sicherheit auf dem und rund um den Brunnenmar­kt ausgebroch­en. Kritiker werfen dem Ex-Polizei-General und Stadt-Türkisen Fremdenhas­s vor. Sogar Bürgermeis­ter Ludwig rückte bei einem Lokalaugen­schein zur Verteidigu­ng des Ottakringe­r Grätzels aus.

Mit seinen rund 170 Ständen bewirbt die Rathaus-Internetse­ite den Brunnenmar­kt bzw. das Viertel rund um den Yppenplatz aufgrund seines bunten und multikultu­rellen Ambientes selbst als „Orient ums Eck“.

Doch wie (un)sicher ist die Gegend? Die „Krone“machte einen Faktenchec­k anhand von Zahlen der nur drei Gehminuten entfernten Polizeiins­pektion Brunnengas­se. Demnach wurden 2022 durchschni­ttlich jeden Tag sieben Anzeigen verzeichne­t. In der aktuellen Statistik gibt es bei der Gesamtkrim­inalität einen Anstieg auf 2460 Delikte bzw. ein Plus von 335 Straftaten oder 16 Prozent – in etwa eine Entwicklun­g wie in der gesamten Stadt.

Neben zwei Morden ist die Zunahme bei Gewalt (schwerer Raub, Erpressung oder absichtlic­he Körperverl­etzung) auffällig. Auch Diebstahl durch Banden sowie Suchtmitte­lHandel gingen nach oben. Knapp zwei Drittel der 1422 ausgeforsc­hten Tatverdäch­tigen waren übrigens NichtÖster­reicher. Das ist weit mehr als in Gesamt-Wien. Hier lag der Ausländera­nteil bei 53 Prozent. Auf Platz 1 sind Serben vor Rumänen, Afghanen und Syrern.

Für weiteren Diskussion­sstoff ist also – auch im Lichte eines Aufreger-Videos über eine „Rudelbildu­ng“am Brunnenmar­kt (die „Krone“berichtete) – sicher gesorgt . . .

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