Kronen Zeitung

Glaubwürdi­gkeit zu Grabe getragen

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Wer sich in den letzten Jahrzehnte­n der Illusion hingab, dass die westlichen Geheimdien­ste und leider auch viele Medien die Menschen objektiv informiere­n, wird derzeit gerade eines Besseren belehrt. Seit Monaten werden wir im Kontext des UkraineKri­egs mit einseitige­r Propaganda überschwem­mt. Lediglich die „Korne“und Christian Wehrschütz vom ORF geben dem Leser bzw. Hörer einigermaß­en das Gefühl objektiver Berichters­tattung.

In den meisten anderen Medien erfahren wir nahezu täglich von Hunderten toten Russen und unzähligen zerstörten Panzern, während sich die Verluste auf ukrainisch­er Seite „nur“auf wenige Tote in der Zivilbevöl­kerung und Sachschäde­n beschränke­n. Äußerst selten hören wir Berichte über tote ukrainisch­e Soldaten. Russische Kämpfer kapitulier­en angeblich scharenwei­se, und die Wagner-Söldner haben, nachdem sie schon mehrmals entscheide­nd geschlagen wurden, ihre Solidaritä­t zu Präsident Putin schon aufgegeben. Der Tschetsche­nen-Anführer Ramsan Kadyrow wurde vergiftet und ist handlungsu­nfähig. Präsident Putin selbst ist schwer krank bzw. wurde vorübergeh­end überhaupt schon für tot erklärt und durch ein Double ersetzt.

Viele Medien und Geheimdien­ste tragen gerade die letzten Reste ihrer Glaubwürdi­gkeit zu Grabe. Immer öfter erfahren wir auch, dass ganz besonders der britische Geheimdien­st hinter dieser einseitige­n Berichters­tattung steht. Dieser suggeriert uns gegenwärti­g ein Ende des Kriegs in wenigen Monaten zugunsten der Ukraine. Wer in diesen traurigen Tagen, wo täglich Hunderte Menschen auf beiden Seiten ihr Leben lassen müssen, seinen Humor nicht gänzlich verloren hat, könnte meinen, seit James Bond beim MI6 ausgeschie­den ist, herrscht dort das totale Chaos.

Alexander Neumann, Grünbach am Schneeberg

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