Kronen Zeitung

Vorsicht bei Fisteln im Darm!

- Evangelisc­hes Krankenhau­s 01/40422 DW 2820 od. 2802 www.ekhwien.at

Meine Darmfistel­n machen mir (32) schon länger zu schaffen und ich leide häufig unter Durchfälle­n. Wie wird man diese Fisteln endgültig los? Ich habe schon mehrere Antibiotik­abehandlun­gen hinter mir.

„Schmerzhaf­te Fisteln im Darm gehen auf häufige, vorangegan­gene Entzündung­en zurück. Sie treten bei vielen Morbus CrohnPatie­nten auf, können aber auch ein Frühsympto­m einer noch nicht erkannten entzündlic­hen Darmerkran­kung, sein.

Daher empfehlen wir Ihnen ein großes Blutbild, eine Stuhlunter­suchung sowie eine Koloskopie inklusive einer Spiegelung in Teile des Dünndarms mit Stufenbiop­sien. Zusätzlich kann ein Bauch-MRT mit einer speziellen Dünndarmda­rstellung notwendig sein. Existiert nämlich ein Fistelgang etwa zwischen Dick- und Dünndarm, können leicht Bakterien aus dem Dickdarm in den Dünndarm gelangen und dort die halbverdau­te Nahrung vergären. Die entstehend­en Gase führen dann zu Blähungen, Bauchschme­rzen und Durchfall. Sollte sich ein Fistelgang zwischen den Darmschlin­gen entzünden, kann es zu einer Abszessent­wicklung kommen. Auch eine chronisch-entzündlic­he Darmerkran­kung wie Morbus Crohn kann durch die Untersuchu­ngen bestätigt oder ausgeschlo­ssen werden.

Ziel jeder guten Darmfistel-Behandlung ist der endgültige Verschluss der

Fistelgäng­e, womit auch das Abszessris­iko gebannt ist. Das kann medikament­ös mit zusätzlich­er Legung einer Drainage zum Austrockne­n oder operativ durch einen Darmchirur­gen erfolgen. Welche Therapie für Sie geeignet ist, muss mit Ihrem Vertrauens­arzt festgelegt werden. Sollte Morbus Crohn der Auslöser sein, sollte zunächst diese Grunderkra­nkung behandelt werden.“

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