Kronen Zeitung

Hilfe aus der Apotheke

Einzelanfe­rtigungen als Teil der Lösung bei Arzneimitt­elknapphei­t

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Seit vielen Wochen sind in Österreich wichtige Medikament­e für Kinder oft nicht verfügbar, zum Leidwesen der kleinen Patienten und deren verzweifel­ter Eltern. Um diese untragbare Versorgung­ssituation zu verbessern, ergreifen Österreich­s Apotheker und Apothekeri­nnen die Initiative.

In Kooperatio­n mit der Österreich­ischen Gesellscha­ft für Kinder- und Jugendheil­kunde hat die Österreich­ische Apothekerk­ammer die Rezepturen von Arzneispez­ialitäten, die Ibuprofen, Paracetamo­l und Amoxicilli­n enthalten, so weit ausgearbei­tet, dass diese in der Apotheke individuel­l angefertig­t werden können.

Abfederung der Probleme möglich

Damit diese wichtige Maßnahme zur Abfederung der Lieferengp­ässe österreich­weit umgesetzt werden kann, sind noch zwei zentrale Fragen zu klären. Einerseits ist die staatliche Abnahmegar­antie für die Beschaffun­g der notwendige­n Rohstoffe in Arzneibuch­qualität durch das Gesundheit­sministeri­um noch nicht final gelöst. Anderersei­ts ist die Kostenüber­nahme mit dem Dachverban­d noch zu klären.

„Wir arbeiten mit Hochdruck an einer tragfähige­n und nachhaltig­en Lösung, um unsere kleinsten Patientinn­en und Patienten bestmöglic­h zu versorgen“, erklärt Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidenti­n der Österreich­ischen Apothekerk­ammer.

Pro Jahr werden in öffentlich­en Apotheken knapp drei Millionen Einzelanfe­rtigungen individuel­l für Patienten hergestell­t. Diese besondere apothekerl­iche Leistung bildet seit Jahrzehnte­n eine wichtige Versorgung­ssäule des österreich­ischen Gesundheit­ssystems.

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