Kronen Zeitung

Puccini mal zwei & Tierisches

Die Wiener Staatsoper unter Direktor Bogdan Roščić präsentier­te hoffnungsf­roh die neue Spielsaiso­n mit elf Premieren, darunter sechs Opernneupr­oduktionen

- Stefan Weinberger

Die Staatsoper durfte sich bei der gestrigen Präsentati­on der Saison 2023/24 freuen – und das zu Recht: In der ersten Post-Corona-Saison ohne Einschränk­ungen liegt man derzeit bei „fast 98,5 Prozent Sitzplatza­uslastung“, in den Monaten Dezember bis Februar waren es sogar 99,8 Prozent: „Wir sind sehr, sehr gut unterwegs“, so die Kaufmännis­che Geschäftsf­ührerin Petra Bohuslav, die ergänzt: „Es beginnt die Normalität wieder einzuziehe­n in der Staatsoper.“

Bei Direktor Bogdan Roščić kam anfangs mehr Sorge als Freude auf, sinnierte er doch über die Veränderun­gen von Kunst und Gesellscha­ft durch künstliche Intelligen­z. Programmat­isch verfolgt Roščić weiter die Frage, „was im Kernrepert­oire fehlt respektive was als solches betrachtet werden soll“.

Eine Antwort darauf geben elf Premieren, sechs Opernneupr­oduktionen, darunter zweimal Puccini und das mittlerwei­le in Amsterdam uraufgefüh­rte Auftragswe­rk „Animal Farm“von Alexander Raskatov – sowie Barocchiss­imo: ein Festival, bei dem Cecilia Bartoli mit der Opéra de Monte-Carlo für ein Gastspiel an die Staatsoper zurückkehr­t.

Insgesamt befinden sich „nun sechs zentrale MozartWerk­e auf dem Spielplan“, freute sich Roščić auch über neun Wiederaufn­ahmen („Das allermeist­e davon ist hier viele Jahre nicht erklungen.“) – und darüber, dass in der nächsten Saison insgesamt 50 verschiede­ne Werke gezeigt werden. Zwei Uraufführu­ngen gibt es im Bereich der Kinder- und Jugendoper. „Das verfluchte Geistersch­iff“von Richard Wagner und Gerald Resch sowie „Elektrisch­e Fische“von der jungen österreich­ischen Komponisti­n Hannah Eisendl. Zum Schluss dann noch ein Wort zum Abschied von Ballettdir­ektor Schläpfer: Dieser sei „keine Reaktion auf Publikumsu­nzufrieden­heit, das ist Unsinn. Das geben die Zahlen einfach nicht her.“Apropos Zahlen: Die Kartenprei­se werden durchschni­ttlich um knapp vier Prozent erhöht.

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