Kin­der- Mord: Dro­hun­gen ge­gen Tä­ter!

Ro­bert K. ( 16) hin­ter Git­tern streng be­wacht

Kronen Zeitung - - Erste Seite - M. Pre­wein/ C. Bu­din

In dem Ge­mein­de­bau in Wien- Dö­bling, wo Ro­bert K. ge­lebt und vor ei­ner Wo­che die grau­en­haf­te Tat an der sie­ben­jäh­ri­gen Ha­dis­hat be­gan­gen hat, galt der 16- Jäh­ri­ge als net­ter, höf­li­cher Bursch, der oft mit jün­ge­ren Nach­bars­kin­dern spiel­te und ih­nen Sü­ßig­kei­ten schenk­te. In dem Eli­te­gym­na­si­um, das er be­such­te, zeig­te er aber sein zwei­tes, bö­ses Ge­sicht. Mit­schü­ler fürch­te­ten sich vor ihm. Vor al­lem Mäd­chen aus den ers­ten und zwei­ten Klas­sen. Weil er sie im­mer wie­der mit dem Um­brin­gen be­droht ha­ben soll.

„ Dass mit Ro­bert psy­chisch et­was nicht in Ord­nung ist“, be­rich­tet jetzt ein Klas­sen­ka­me­rad des mut­maß­li­chen Tä­ters, „ war schon seit Lan­gem klar.“

Vor al­lem die Mäd­chen aus den un­te­ren Klas­sen hät­ten sich vor dem „ Bu­ben mit dem star­ren Blick“ge­fürch­tet: „ Wenn sie ihm am Gang be­geg­ne­ten, ver­stell­te er ih­nen den Weg und kün­dig­te schlim­me Din­ge an. Nur wur­den die Vor­fäl­le kaum der Di­rek­ti­on ge­mel­det.

Der On­kel ei­nes Mit­schü­lers von Ro­bert K.: „ Selbst, wenn die Leh­rer bloß von ei­ni­gen die­ser Dro­hun­gen wuss­ten – sie hät­ten Maß­nah­men set­zen müs­sen.“

Dro­hun­gen in der Schu­le nicht ernst ge­nom­men?

Ähn­lich die Re­ak­ti­on von Ni­ko­laus Rast, dem An­walt der Op­fer- Fa­mi­lie: „ Es wä­re die Pflicht der Päd­ago­gen ge­we­sen, ei­nen Schul­psy­cho­lo­gen ein­zu­schal­ten.“Doch das ist nie ge­sche­hen.

Ei­ne Wo­che vor der Tat soll der 16- Jäh­ri­ge so­gar ein Mes­ser in die Schu­le mit­ge­nom­men ha­ben: „ Er er­klär­te: , Da­mit wer­de ich ein Mä­del um­brin­gen.‘“

Nie­mand nahm den Bu­ben, der in ei­ner ab­sur­den Fan­ta­sie­welt ge­fan­gen schien, ernst.

„ In den Pau­sen“, be­rich­tet ein wei­te­rer Mit­schü­ler, „ stand Ro­bert meist mit sei­ner ein­zi­gen Freun­din in ei­ner Ecke. Die zwei re­de­ten oft über ei­nen ge­mein­sa­men Selbst­mord.“

Ro­bert K. wird in sei­nem Um­feld als „ hoch in­tel­li­gent“be­schrie­ben, den­noch blieb er im ver­gan­ge­nen Jahr „ sit­zen“. Trotz Wie­der­ho­lung der 5. Klas­se schien auch heu­er ei­ne Ver­set­zung un­ge­wiss. Der 16- Jäh­ri­ge war in ei­ni­gen Fä­chern ge­fähr­det. We­ni­ge Ta­ge vor sei­nem Ver­bre­chen wur­de ei­ne Deutsch­schul­ar­beit mit ei­nem Fün­fer be­no­tet.

Be­we­gen­de Auf­bah­rung, Sarg wird nun über­stellt

Am Mon­tag – Ha­dis­hat war be­reits tot und ih­re Lei­che ent­deckt wor­den – ha­be der Bursch „ al­ler­dings selt­sam ent­spannt“ge­wirkt.

Viel ha­be er über den Mord an dem Nach­bars­mäd­chen ge­spro­chen: „ Und er sag­te auch: , Die Klei­ne wur­de wahr­schein­lich ein Op­fer der Or­gan­ma­fia. Es wird schwie­rig sein, ih­re Kil­ler zu fin­den . . .‘“

Don­ners­tag nah­men die An­ge­hö­ri­gen – ent­spre­chend dem Ri­tus – am Is­la­mi­schen Fried­hof in Wien Ab­schied von Ha­dis­hat. Der Leich­nam wur­de im Sarg auf­ge­bahrt. Am Sams­tag wer­den die sterb­li­chen Über­res­te nach Tsche­tsche­ni­en über­stellt.

ICh ken­ne Ro­bert von Kind­heit an, mei­ne und sei­ne Fa­mi­lie wa­ren seit Lan­gem sChon eng mit­ein­an­der be­freun­det. ICh daCh­te im­mer, dass er mei­ne klei­ne SChwes­ter mag. Jetzt weiß iCh, dass die­se Zu­nei­gung nur ge­spielt war – und er in Wahr­heit ei­ne Bes­tie ist. Rustam G. ( 17), der Bru­der des Op­fers

Nach­bar Gü­ven am Tat­ort: „ Ich slau­be, dass noch nicht al­le Hin­ters­rün­de die­ser schreck­li­chen Tat be­kannt sind.“

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