EU: Ro­ter Kampf ge­gen­rechts

Tim­mer­m­ans als Spit­zen­kan­di­dat Ers­te Aus­lands­rei­se von Ren­di- Wa­gner

Kronen Zeitung - - Politik - AUS LIS­S­A­BON BE­RICH­TET DO­RIS VETTERMANN

Wäh­rend die Volks­par­tei im kal­ten Hel­sin­ki in den EU- Wahl­kampf star­te­te, be­vor­zu­gen Eu­ro­pas So­zi­al­de­mo­kra­ten das war­me Lis­s­a­bon. Nach ei­ni­gen Tur­bu­len­zen um den Spit­zen­kan­di­da­ten kü­ren die Ro­ten nun Frans Tim­mer­m­ans zu ih­rem Top- Mann. Mit da­bei ist auch die neue SPÖ- Che­fin Pa­me­la Ren­di- Wa­gner. Die Aus­rich­tung der Ro­ten ist klar: Der Kampf ge­gen rechts.

Aus den Plä­nen von ExKanz­ler Chris­ti­an Kern, als Spit­zen­kan­di­dat bei der EUWahl an­zu­tre­ten, wur­de be­kannt­lich nichts – we­der bei den Ro­ten noch bei ei­ner mög­li­chen par­tei­un­ab­hän­gi­gen Al­li­anz mit Frank­reichs Prä­si­dent Ma­cron.

Bei den eu­ro­päi­schen So­zi­al­de­mo­kra­ten war be­reits die längs­te Zeit der Nie­der­län­der Frans Tim­mer­m­ans in Lau­er­stel­lung. Er mach­te je­doch stets klar, dass er nur an­tre­te, wenn es kei­nen Ge­gen­kan­di­da­ten ge­be. Nach­dem nun der Slo­wa­ke Ma­roš Šef­co­vic zu­rück­ge­zo­gen hat­te, war der Weg frei für Tim­mer­m­ans.

Bei der Wahl im Mai 2019 geht es auch um den Pos­ten des Kom­mis­si­ons­prä­si­den-

ten. Je­an- Clau­de Juncker hat be­reits an­ge­kün­digt, nicht für ei­ne wei­te­re Amts­zeit zur Ver­fü­gung zu ste­hen. Wahr­schein­lich, aber bei Wei­tem nicht fi­xiert ist, dass die stim­men­stärks­te Par­tei – und das wird wohl die Eu­ro­päi­sche Volks­par­tei sein – den Kom­mis­si­ons­prä­si­dent stellt.

Bei der ver­gan­ge­nen EUWahl 2014 ka­men die Kon­ser­va­ti­ven auf 221 Man­da­te, die So­zi­al­de­mo­kra­ten auf 191. Um­fra­gen sa­gen bei­den Ver­lus­te vor­aus, die An­tiEu­ro­pä­er hin­ge­gen schei­nen im Auf­wind.

Ge­nau das ist das nächs­te Fra­ge­zei­chen: die tat­säch­li­chen Chan­cen der Rechts­par­tei­en. Die­se bas­teln an ei­nem Wahl­bünd­nis mit Ita­li­ens Rechts- au­ßen- In­nen­mi­nis­ter Mat­teo Sal­vi­ni an der Spit­ze. Mit da­bei wol­len auch der Nie­der­län­der Geert Wil­ders, Frank­reichs Ma­ri­ne Le Pen und die FPÖ sein.

Ren­di- Wa­gner: „ Kei­ne Tren­nung mehr“

Die neue SPÖ- Che­fin Pa­me­la Ren­di- Wa­gner, auf de­ren Schul­tern nun die Hoff­nun­gen der ge­beu­tel­ten Ro­ten lie­gen, star­tet mit ih­rer ers­ten Aus­lands­rei­se in den EU- Wahl­kampf. „ Die Tren­nung von Eu­ro­pa und In­nen­po­li­tik gibt es schon längst nicht mehr.“Und sie be­tont den Kampf ge­gen die Rech­ten: „ Wir müs­sen die so­zia­le Säu­le stär­ken.“

Spit­zen­kan­di­dat Tim­mer­m­ans

Ren­di- Wa­gner: Ja zu Eu­ro­pa

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