„ Schnee- Dep­pen“

Kronen Zeitung - - Leserbriefe -

Ich bin be­geis­ter­ter Le­ser von Jean­née und meis­tens sei­ner Mei­nung. Ein Phä­no­men ist, dass die Öf­fent­lich­keit von kaum et­was mehr in den Bann ge­zo­gen wird als von La­wi­nen­un­fäl­len. Die meis­ten Be­rich­te in den Mas­sen­me­di­en er­we­cken den Ein­druck, dass je­der, der im Win­ter auf Tour geht, leicht­sin­nig Kopf und Kra­gen ris­kiert. „ Übe­r­all lau­ert der wei­ße Tod“, und ei­ne kor­rek­te Ein­schät­zung der Si­tua­ti­on ist na­he­zu un­mög­lich. Fun­dier­te In­for­ma­tio­nen wä­ren da we­sent­lich hilf­rei­cher.

Fast al­le La­wi­nen­un­fäl­le sind auf den Um­stand zu­rück­zu­füh­ren, dass die all­ge­mein an­er­kann­ten Emp­feh­lun­gen nicht be­ach­tet wur­den. So pas­sie­ren 98% der La­wi­nen­un­fäl­le auf Hän­gen über 30°. Schon al­lein der Ver­zicht auf sol­che Hän­ge wür­de das Ri­si­ko enorm sen­ken!

Es heißt auch oft „ wa­ren gut aus­ge­rüs­tet“– vie­le Leu­te glau­ben, Si­cher­heit kann man sich im Sport­ge­schäft kau­fen, doch die Si­cher­heit ist im Kopf, die­se er­langt man nur, wenn die Tour gut ge­plant ist und ich über Wet­ter, La­wi­nen­ge­fahr, Schnee­ver­hält­nis­se usw. gut in­for­miert bin. Auch soll­ten Fak­to­ren wie Kon­di­ti­on, Ri­si­ko­be­reit­schaft, Er­war­tun­gen, Ehr­geiz . . . mit ein­be­zo­gen wer­den.

Ich schnal­le mir auch bei ho­her La­wi­nen­warn­stu­fe re­gel­mä­ßig die Ski an und ho­le mir mei­nen „ Kick“der­zeit bei Tou­ren über tief­ver­schnei­te sanf­te Alm­wie­sen mit we­nig Ge­fäl­le und möch­te da­her nicht als „ Schnee- Depp“be­zeich­net wer­den. Franz He­cke­n­ast, Neu­feld

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