Wie die Ka­pell­meis­ter von einst

Staats­oper: „ Wal­kü­re“un­ter Axel Ko­ber – Ko­niecz­ny, Theo­rin, Sera­fin, Ven­tris

Kronen Zeitung - - Kultur - KHR

Ers­ter Hö­he­punkt in der Staats­opern­auf­füh­rung von Wa­g­ners „ Ring des Ni­be­lun­gen“, der heu­er nur ein ein­zi­ges Mal ge­zeigt wird: Am Pult Axel Ko­ber, der – nach „ Rhein­gold“– auch an der „ Wal­kü­re“sei­ne brei­te, mo­nu­men­tal ein­drucks­vol­le Klang­dra­ma­tur­gie wir­ken ließ.

Ko­ber, GMD der Deut­schen Oper am Rhein mit Bay­reuth- Er­fah­rung, ist für das – hier aus­ge­zeich­ne­te, viel be­ju­bel­te – Sän­ger­ensem­ble ein Ga­rant für Si­cher­heit. Er trägt die Stim­men sou­ve­rän, sorgt für per­fek­te Klang­ba­lan­ce im Staats­o­per­or­ches­ter und ent­fal­tet Wa­g­ners Klang­dra­ma­tur­gie in der Art der gro­ßen Ka­pell­meis­ter von einst ( von Ru­dolf Moralt bis Horst St­ein).

Das heißt, die Sän­ger kön­nen über dem per­fekt aus­ge­lo­te­ten Orches­ter­klang ih­re Stimm­qua­li­tä­ten voll ent­fal­ten. Und kön­nen sich si­cher füh­len, weil sie wis­sen, dass Ko­ber sie nie zu­deckt, ja, dass sie im Orches­ter ei­nen lie­be­vol­len Partner ha­ben.

Die Be­set­zung: Fest­spiel­ni­veau! To­masz Ko­niecz­ny ist als Wo­tan zu ei­ner star­ken Opern­ge­stalt ge­wor­den, sou­ve­rän in den dra­ma­ti­schen Sze­nen, höchst dif­fe­ren­ziert in den Mo­men­ten mit Fri­cka oder im Ab­schied. Mar­ti­na Sera­fin sprang als Sieg­lin­de ein: ein kul­ti­vier­ter, im Aus­druck fei­ner, ge­schmei­di­ger So­pran voll Wär­me. Chris­to­pher Ven­tris im­po­niert wie stets als Sieg­mund.

So­phie Koch ist die tief ge­trof­fe­ne Fri­cka ( be­rüh­rend ihr „ Dei­ner ewi­gen Gat­tin hei­li­ge Eh­re“). Iré­ne Theo­rin be­ein­druckt als kämp­fe­ri­sche Brünn­hil­de mit strah­len­der Hö­he. Tobias Keh­rer de­bü­tier­te als im­po­nie­ren­der Hun­ding mit präch­ti­ger Tie­fe – er gibt für die Zu­kunft ein gro­ßes Ver­spre­chen ab! So­li­de die Wal­kü­ren- Schar.

De­büt: Tobias Keh­rer

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