Kraft in der Kri­se

Kronen Zeitung - - Politik -

Voi­là, der tür­ki­se Cock­tail ge­gen das ro­te Wi­en wä­re an­ge­rich­tet. Das Re­zept da­zu kommt vom Kanz­ler per­sön­lich: Tro­cke­nes Kal­kül mit ei­nem kräf­ti­gen Schuss Emo­ti­on eis­kalt gerührt und zum rich­ti­gen Zeit­punkt ser­viert: So hat nun et­was über­ra­schend die zen­tra­le Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen ÖVP und SPÖ be­gon­nen.

Vor­der­grün­dig nur ein lan­ger Wahl­kampf um die Bun­des­haupt­stadt. Aber es geht um viel mehr. Soll­te die SPÖ zu schwach sein, um das Wie­ner Rat­haus zu ver­tei­di­gen, könn­te das für die So­zi­al­de­mo­kra­tie der An­fang vom En­de sein.

Wi­en war im­mer die ro­te Keim­zel­le. Von dort ka­men seit je­her Ideen, Macht­wor­te und Geld. Mit den Lan­des­haupt­leu­ten in Kärn­ten und im Bur­gen­land al­lein kann die Par­tei nicht mehr der Fak­tor von einst sein.

Mit sei­ner jüngst ge­gen Wi­en ge­rich­te­ten Pro­vo­ka­ti­on hat Se­bas­ti­an Kurz die SPÖ wie­der ein­mal auf dem fal­schen Fuß er­wischt. Micha­el Häu­pls Nach­fol­ger Micha­el Lud­wig ent­wi­ckelt als Wie­ner Bür­ger­meis­ter kein po­li­ti­sches Ge­wicht. Und Christian Kerns Er­bin Pa­me­la Ren­di- Wa­gner hat als Par­tei­che­fin al­le Hän­de voll zu tun, den ro­ten Floh­zir­kus zu bän­di­gen.

Die FPÖ steht da­bei noch eher am Rand des Schlacht­felds – mit dem Brand­be­schleu­ni­ger in der Hand.

Aber Kri­sen brin­gen oft neue Kräf­te her­vor. In der SPÖ ist das Pe­ter Ha­cker. Der Wie­ner So­zi­al­stadt­rat, der die Be­zeich­nung Pro­let nicht als Her­ab­wür­di­gung, son­dern stolz als Aus­zeich­nung ver­ste­hen wür­de, könn­te das For­mat ha­ben, Se­bas­ti­an Kurz in die Schran­ken zu wei­sen.

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