In Eu­ro­pa wirk­lich sicht­bar“

Kurier - - Interview -

Wie vie­le Asyl­wer­ber und Mi­gran­ten soll Ös­ter­reich jähr­lich auf­neh­men?

Die Asyl­an­trä­ge ge­hen sehr, sehr stark zu­rück. DieFra­ge, wie­vie­le­ein­ein­zel­nes Land auf­neh­men kann, hat uns in die­se schwie­ri­ge Si­tua­ti­on ge­bracht. Es ist nie ge­lun­gen, die­se Fra­ge ge­samt­eu­ro­pä­isch zu de­fi­nie­ren. Wenn man die­se Fra­ge nur auf Kle­in­staa­te­rei her­un­ter­bricht, ist das nur kon­tra­pro­duk­tiv.

Es sind al­le Ver­su­che, die Fra­ge ge­samt­eu­ro­pä­isch zu lö­sen, ge­schei­tert. Je­der Staat löst die Fra­ge na­tio­nal, für sich.

Hier läuft auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne ei­ni­ges schief. Die schwarz-blaue Bun­des­re­gie­rung hat kein In­ter­es­se, dass die Fra­ge auf­eu­ro­päi­scherEbe­ne­ge­klärt wird. Es pas­siert das Ge­gen­teil, man fällt in den Na­tio­na­lis­mus zu­rück. Die Gren­zen ge­gen­über dem Nach­barn zu schlie­ßen sind Ant­wor­ten des 20. Jahr­hun­derts.

Sie kri­ti­sie­ren, dass der Wo­chen­blick, der der FPÖ na­he­steht, In­se­ra­te des In­nen­mi­nis­te­ri­ums, von Lan­des­rat El­mar Pod­gor­schek, von den Städ­ten Linz, Wels und der Linz AG er­hält.

Man weiß über die Fi­nan­zie­rung des Wo­chen­blick re­la­tiv we­nig.

Soll­ten es un­ter­sagt wer­den, dass die­se Per­so­nen bzw. In­sti­tu­tio­nen dort in­se­rie­ren?

Was die FPÖ mit ih­rem Geld macht, ist ih­re An­ge­le­gen­heit. Bei die­sen In­se­ra­ten geht es aber um öf-

„Die Grü­nen sind links­li­be­ral mit ei­nem öko­lo­gi­schen und so­zia­len Schwer­punkt.“

fent­li­che Gel­der von Land und Stadt, al­so um das Geld­derS­teu­er­zah­le­rin­nen und Steu­er­zah­ler. Es muss die Ge­sell­schaft den An­spruch stel­len zu schau­en, wo­hin die­ses Geld fließt. Es muss zweck­mä­ßig und ef­fek­tiv ein­ge­setzt wer­den. Ich glau­be, dass ei­ne Zei­tung, die we­nig In­ter­es­se an ei­nem fried­li­chen Mit­ein­an­der hat, ei­ne Zei­tung, die­mehr­fach­vomPres­se­rat ver­ur­teilt wor­den ist, ei­ne Zei­tung, die rechts­kräf­tig we­gen üb­ler Nach­re­de ver­ur­teilt wor­den ist, kein öf­fent­li­chesS­teu­er­gel­der­hal­ten soll­te.

Ste­hen die Grü­nen zu weit links?

Das ge­sam­te po­li­ti­sche Spek­trum hat sich so weit nach rechts ver­scho­ben, dass Po­si­tio­nen der Mit­te in den 1990er-Jah­ren heu­te schon fast als links gel­ten. Die Grü­nen sind ei­ne links-li­be­ra­le Par­tei mit ei­nem öko­lo­gi­schen und so­zia­len Schwer­punkt.

Ei­ne Ei­n­ord­nung von mi­nus 10 bis plus 10 auf ei­ner Links-rechts-Ska­la hal­te ich mitt­ler­wei­le für über­holt, da­für ist die Welt­viel­zu­kom­pli­ziert­ge­wor­den.

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