Neu­wa­gen ab Sep­tem­ber spür­bar teu­rer, Ent­las­tung erst 2020

NoVA-Neu­be­rech­nung. Ein stren­ge­res Ab­gas­mess­ver­fah­ren führt zu hö­he­rer Ab­ga­be. Das bleibt bis auf Wei­te­res so.

Kurier - - Wirtschaft - VON RO­BERT KLEEDORFER

Hei­mi­sche Käu­fer von Neu­wa­gen müs­sen ab 1. Sep­tem­ber mit deut­lich hö­he­ren Prei­sen rech­nen. Grund ist die Um­stel­lung der Ver­brauchs­wer­te al­ler neu­zu­ge­las­se­nen Pkw an­hand ei­nes neu­en Ab­gas­tests. Die­ser soll rea­li­täts­nä­he­re Ver­brauchs­an­ga­ben lie­fern. „Das be­deu­tet, dass die Ver­brauchs­an­ga­ben in­klu­si­ve der CO2-Wer­te ab Sep­tem­ber deut­lich hö­her aus­fal­len“, sagt Gün­ther Ker­le, Spre­cher der ös­ter­rei­chi­schen Au­to­mo­bil­im­por­teu­re. Das Pro­blem: Die Norm­ver­brauchs­ab­ga­be (NoVA), die bei Erst­zu­las­sung an­fällt, rich­tet sich nach den im Test­ver­fah­ren ge­mes­se­nen CO2-Emis­sio­nen. Die­se sind mit dem neu­en Test hö­her als frü­her – die Au­tos wer­den so­mit teu­rer.

„Wir ha­ben die­se Pro­ble­ma­tik be­reits früh er­kannt und ei­ne Zu­sa­ge des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums er­hal­ten, wo­nach die NoVA zu­min­dest bis En­de 2019 noch auf Ba­sis der al­ten Wer­te be­rech­net wird“, sagt Ker­le. Je­doch wer­de ab Sep­tem­ber nur noch nach dem neu­en Test ge­mes­sen und die Rück­rech­nung auf al­te Wer­te er­folgt mit ei­nem von der EU-Kom­mis­si­on ge­ne­rier­ten Tool. „Das Pro­blem da­bei ist, dass es durch die Un­ge­nau­ig­keit des fest­ge­leg­ten Tools bei der Rück­rech­nung zu deut­lich hö­he­ren Ver­brauchs­an­ga­ben kommt.“

Schon jetzt gibt es laut ÖAMTC Fäl­le, wo der Preis um 4000 Eu­ro stei­gen wür- de. Bei ei­nem Au­to der Kom­pakt­klas­se steigt laut Im­por­teu­ren der Brut­to­preis um 556 auf 23.246 Eu­ro, bei ei­nem Mit­tel­klas­se-Fahr­zeug von 36.900 auf 37.822 Eu­ro und ein SUV wird statt 46.050 um 48.650 Eu­ro ver­kauft.

Fi­nanz­mi­nis­ter bremst

Der ÖAMTC for­dert, dass die Neu­be­rech­nung der Ab­gas­wer­te zu kei­ner Än­de­rung der NoVA führt. Laut Ker­le sei es wich­tig, so schnell wie mög­lich zu han­deln. Doch da­nach schaut es der­zeit nicht aus. „Soll­te von­sei­ten der Au­to- mo­bil-Ver­tre­ter die Be­fürch­tung be­ste­hen, dass die Au­to­prei­se an­stei­gen, wird das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um ge­mein­sam mit dem Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um selbst­ver­ständ­lich den Dia­log auf­recht­er­hal­ten, um Er­fah­rungs­wer­te in die Steu­er­ent­las­tungs­re­form 2020 ein­flie­ßen zu las­sen“, teilt ein Spre­cher von Fi­nanz­mi­nis­ter Lö­ger mit. Sprich: Vor 2020 gibt es kei­ne Ent­las­tung. Aber, so gibt er auch zu be­den­ken: Oh­ne die Rück­rech­nungs­me­tho­de wür­de die NoVA so­gar um 15 bis 25 Pro­zent stei­gen.

Neue Au­tos ver­teu­ern sich ab 1. Sep­tem­ber, das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um sieht vor­erst kei­nen Grund zu han­deln

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