Die Ana­ly­se nach dem Aus

Wes­halb Salz­burg schon wie­der nicht Cham­pi­ons Le­ague spielt.

Kurier - - Wirtschaft - VON STE­PHAN BLUMENSCHE­IN

Wie­der soll­te es nicht sein. Zum elf­ten Mal seit dem Ein­stieg von Red Bull 2005 ist Salz­burg in der Cham­pi­ons­Le­ague-Qua­li­fi­ka­ti­on ge­schei­tert, zum sie­ben­ten Mal seit­dem der Klub vor sechs Jah­ren durch den da­ma­li­gen Sport chef Ralf Rang­nick total um­ge­stal­tet wor­den ist.

Al­le ver­geb­li­chen Ver­su­che seit 2012 ha­ben ei­nes ge­mein­sam. Salz­burg schied im­mer als fuß­bal­le­risch bes­se­re Mann­schaft aus, die mehr von den Spie­len und die weit bes­se­ren Chan­cen hat­te. Doch im­mer wa­ren es ganz ein­fa­che Mit­tel, die Ös­ter­reichs Se­ri­en­meis­ter in die Bre­douil­le brach­ten. Salz­burg fehl­te zu oft die Straf­raum­ho­heit.

Das lässt sich so­gar an geg­ne­ri­schen Spie­lern fest­ma­chen. Es war im­mer ei­ne Art von Fuß­bal­lern, die Salz­burg nicht wirk­lich un­ter Kon­trol­le brach­te und die letzt­lich mit­ent­schei­dend wa­ren: die kör­per­lich prä­sen­ten Mit­tel stür­mer. Der KURIER stellt die­se vor:

– Au­ré­li­en Joa­chim (Dü­de­lin­gen): Der An­grei­fer des lu­xem­bur­gi­schen Meis­ters wur­de zum Salz­bur­ger Alb­traum bei der wohl größ­ten Bla­ma­ge in der Red-Bul­lEu­ro­pa­cup-His­to­rie. Schon beim ers­ten Du­ell im Som­mer 2012 hat­te er den ent­schei­den­den Tref­fer zum 1:0Heim­sieg er­zielt. Auch in der Red-Bull-Are­na brach­ten die Salz­bur­ger ihn nie un­ter Kon­trol­le. Be­zeich­nend war sein Tref­fer zum vor­ent­schei­den­den 2:2. Bei die­sem ließ er Mar­tin Hin­te­reg­ger wie ei­nen Schul­bu­ben aus­se­hen. – Pier­re We­bó (Fe­ner­bahçe): Der kör­per­lich ex­trem prä­sen­te, 2013 beim Du­ell mit Salz­burg schon 31-jäh­ri­ge Mit­tel­stür­mer aus Ka­me­run, war maß­geb­lich da­ran be­tei­ligt, dass Red Bull ge­gen den tür­ki­schen Spit­zen­klub 2013 aus­ge­schie­den ist. Be­son­ders in der ent­schei­den­den Pha­se der ers­ten Hälf­te im Rück­spiel in Istan­bul, in der Fe­ner­bahçe aus ei­nem 0:1 den 3:1-End­stand mach­te, hat­ten die In­nen­ver­tei­di­ger Hin­te­reg­ger und Ra­mal­ho mit We­bó ih­re lie­be Not.

– Mar­kus Ro­sen­berg (Mal­mö): Der Schwe­de steht sinn­bild­lich für al­les, was für Salz­burg in den bei­den Qua­li­fi­kat ions du­el­len mit Mal­mö in den Jah­ren 2014 und 2015 falsch ge­lau­fen ist. Der Rou­ti­nier brach­te mit sei­nenMätz­chen und sei­ner über­har­ten, ja ei­gent­lich schon bru­ta­len Spiel­wei­se die Red-Bull-Ver­tei­di­gung im­mer wie­der au­ßer Tritt. Salz­burg war bei­deMa­le mit ei­nem Vor­sprung nach Schwe­den ge­reist. Bei­de Ma­le setz­te es 0:3- Aus­wärts nie­der­la­gen. In bei­den Spie­len war Ro­sen­berg mit ins­ge­samt drei To­ren der ent­schei­den­de Fak­tor.

– Gor­den Schil­den­feld (Di­n­a­mo Zagreb): Es war ein schon fast ge­nia­ler Schach­zug, den der da­ma­li­ge Di­n­a­mo-Trai- ner Zlat­ko Kran­j­car beim Play-off-Rück­spiel vor zwei Jah­ren in Salz­burg mach­te. Als Ös­ter­reichs Se­ri­en­meis­ter mit ei­ner 1:0-Füh­rung ganz klar auf Kurs Rich­tung Grup­pen­pha­se war und nichts für die Kroa­ten sprach, wech­sel­te er ExS­turm-Spie­ler Gor­don Schil­den­feld ein – al­ler­dings nicht auf des­sen an­ge­stamm­ten Po­si­ti­on als In­nen ver­tei­di­ger, son­dern als Mit­tel­stür­mer. Der Rou­ti­nier er­füll­te sei­ne Auf­ga­be per­fekt, sorg­te im­mer wie­der für Un­ru­he im Salz­burg er Straf­raum mit sei­ner Kopf­ball stär­ke–und war aucham1:1in­der87. Mi­nu­te ent­schei­dend be­tei­ligt.

– Mi­lan Pav­kov (Ro­ter Stern Bel­grad) Auch am Mitt­woch war ein Spie­ler­wech­sel zu­min­dest mit­ent­schei­dend, dass der ser­bi­sche Meis­ter in die Grup­pen­pha­se ein­zie­hen konn­te. Se­kun­den nach dem 0:2 brach­te Ro­ter-Stern-Tra in erMi­lo­je­vic mit Mi­lanPav­kov für den un­sicht­ba­renNem an jaMi­lic ei­nen neu­en Mit­tel stür­mer .„ Sie ha­bend ann ei­nen gro­ßen Stür­mer ge­bracht, der ih­nen gut­ge­tan hat “, mein­te Ka­pi­tän Andre­as Ul­mer. Der24-Jäh­ri­ge, der­ei­gent­lich ma­xi­mal zwei­te Wahl war( Stamm kraft Sto­jil­j­ko­vic fehl­te ver­letzt ), war fal­les in das Spiel, was er hat­te –aber be­son­ders sei­nen Kör­per. Und das tat er mit gro­ßem Er­folg. Pav­kov sorg­te für je­ne Un­ru­he in der Salz­bur­ger Ver­tei­di­gung, die mit­ent­schei­dend da­für war, dass im und rund um den ei­ge­nen Straf­raum Feh­ler pas­siert sind, die auf die­sem Ni­veau nicht pas­sie­ren dür­fen.

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