Ra­ver ent­schul­dig­ten sich

Par­ty vor Schön­brunn mach­te Zoo-Tie­re ner­vös / Or­ga­ni­sa­tor such­te Ge­spräch

Kurier - - Wien - VON DA­NI­EL MELCHER

„Der Ver­an­stal­ter hat uns gleich heu­te früh kon­tak­tiert und sich ent­schul­digt. Bei künf­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen möch­te er im Vor­hin­ein mit uns Kon­takt auf­neh­men“, hieß es am Mon­tag vom Tier­gar­ten Schön­brunn. Die „Pe­acePar­ty Ös­ter­reich“hat­te am Sams­tag ei­ne Ra­ve-Par­ty im Au­er-Wels­bach-Park ver­an­stal­tet, die Mu­sik von bis zu 200 Beats per Mi­nu­te (Schlä­ge pro Mi­nu­te, Anm.) hat­te die Tie­re ner­vös ge­macht.

Laut Or­ga­ni­sa­tor Mar­cus Gri­mas sei man so ver­blie­ben, dass man bei der nächs­ten Ver­an­stal­tung in der Nä­he „ak­tiv auf sie zu­ge­hen und ein­bin­den“wer­de. Laut ihm sei man nicht an ei­nem Konf likt in­ter­es­siert, man wol­le mit sol­chen Ver­an­stal­tun­gen auf frei­en Raum und freie Kunst auf­merk­sam ma­chen. Die Exe­ku­ti­ve hat­te die De­mons­tra­ti­on ge­neh­migt.

„Po­li­zei zu­stän­dig“

Laut den Pfle­gern leg­ten vor al­lem die Flucht­tie­re, wie die Gi­raf­fen, we­gen des stun­den­lan­gen Sounds ein un­ru­hi­ges Ver­hal­ten an den Tag. Das Pro­blem sei nicht in ers­ter Li­nie die Laut­stär­ke“son­dern die „Art der Ge­räu­sche“. Zu Sil­ves­ter ge­be es mit den Tie­ren kei­ne Pro­ble­me. Die Bass-Tö­ne hat­ten die ZooBe­woh­ner sicht­lich ir­ri­tiert. Der Tier­gar­ten wuss­te nichts von der De­mons­tra­ti­on, te­le­fo­nier­te sich durch die Be­hör­den, um ei­ne Aus­kunft zu er­hal­ten.

Die Sound­an­la­gen hat­te man laut Or­ga­ni­sa­to­ren ge­zielt in Rich­tung Schön­brunn ge­dreht, um kei­ne An­rai­ner zu be­läs­ti­gen und die Pe­gel ein­zu­hal­ten, sagt Gri­mas. Von der Re­so­nanz sei man über­rascht. Der Sound war ki­lo­me­ter­weit zu hö­ren.

Zahl­rei­che Be­trof­fe­ne rie­fen bei der Po­li­zei an. Ei­ne An­rai­ne­rin schil­dert dem KU­RIER: „Wir sind auch hier am Kü­nigl­berg von dem sechs St­un­den lan­gen Ge­d­röh­ne be­schallt wor­den.“Selbst bei ge­schlos­se­nem Fens­ter hat­te man die Mu­sik noch ge­hört. Und das bei ei­ner Luft­li­nie von über drei Ki­lo­me­tern. Die De­mons­tra­ti­on wur­de trotz der zahl­rei­chen Be­schwer­den nicht ge­stoppt.

Laut Stadt­bau­di­rek­ti­on sei die Po­li­zei bei Kund­ge­bun- gen und De­mons­tra­tio­nen für ei­ne mög­li­che Auf­lö­sung ver­ant­wort­lich. Dies ge­schah al­ler­dings nicht. Lärm­pe­gel­mes­sun­gen soll es an dem Tag nicht ge­ge­ben ha­ben. „Die­ser wer­den nur spo­ra­disch durch­ge­führt“, sagt ein Po­li­zei­spre­cher zum KU­RIER.

Ba­by oh­ne Schlaf

Ei­ni­ge be­trof­fe­ne An­rai­ner ha­ben dem Ver­an­stal­ter per­sön­lich ih­ren Un­mut mit­ge­teilt. Die Nach­rich­ten rei­chen von „Mein Ba­by konn­te nicht schla­fen“bis hin­zu „Mei­ne Kat­ze hat sich ver­steckt. Das macht sie nicht mal zu Sil­ves­ter“. „Wir ha­ben in zwölf Jah­ren mehr als 150 De­mos ver­an­stal­tet und uns im­mer an den ge­setz­li­chen Rah­men ge­hal­ten. Wir ha­ben noch nie ei­ne An­zei­ge er­hal­ten“, schil­dert Gri­mas.

„Pe­acePar­ty Ös­ter­reich“ver­an­stal­te­te den Ra­ve

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