Beid­sei­tig: An­zei­gen­flut durch neue Ra­dar­käs­ten

La­ser­tech­nik. Neue Ge­rä­te mes­sen ex­ak­ter

Kurier - - Österreich · Futurezone - – E. HOLZER – P. WAMMERL, B. SEI­SER

Neue Ra­dar­bo­xen ste­hen an ver­schie­de­nen Stra­ßen in Wi­en und blit­zen, was das Zeug hält – sie sind näm­lich we­ni­ger to­le­rant als ih­re Vor­gän­ger­mo­del­le. Laut Gra­tis­zei­tung Heu­te sol­len be­reits vier neue Ge­rä­te ak­tiv sein. Dass al­lein da­durch mehr An­zei­gen kä­men, will Po­li­zei­spre­che­rin Iri­na St­ei­ner so nicht be­stä­ti­gen: „Das hat nichts mit den Ge­rä­ten zu tun, son­dern mit der ge­setz­li­chen To­le­ranz von drei km/h. Ei­ne Aus­wer­tung der Statistik wä­re nicht se­ri­ös, da man hier im Fall ei­nes An­stie­ges nicht dar­auf schlie­ßen könn­te, dass es mit den Ge­rä­ten zu tun hat.“

In Wi­en sind die Ra­dar­bo­xen bis­her noch un­be­schä­digt, im ober­stei­ri­schen Dürn­stein wur­de ei­nes der neu­en Mo­del­le be­reits un­ter Be­schuss ge­nom­men. Pro­jek­ti­le ei­ner Pis­to­le, Ka­li­ber neun Mil­li­me­ter, reich­ten, um das Ge­rät au­ßer Ge­fecht zu set­zen. Da­vor knips­te es Tau­sen­de Ma­le. „Wir ha­ben 5000 bis 8000 An­zei­gen pro Wo­che ge­habt, die auf die­ses Ge­rät zu­rück­zu­füh­ren sind“, schil­dert Fried­rich Sperl von der Be­zirks­haupt­mann­schaft Murau.

Der Dürn­stei­ner Ra­dar­kas­ten ge­hört zur neu­en Ge­ne­ra­ti­on − er blitz­te dank La­ser­tech­no­lo­gie ex­ak­ter und öf­ter, weil er in bei­de Rich­tun­gen funk­tio­nier­te. Bis 2020 sol­len al­le sta­tio­nä­ren Ra­dar­ge­rä­te so um­ge­rüs­tet sein. In der Stei­er- mark sei das laut Po­li­zei be­reits bei zwei Drit­teln er­le­digt. Ins­ge­samt gibt es rund 140 Ra­dar­bo­xen im Bun­des­land. Auch auf Au­to­bah­nen ste­hen sol­che Ge­rä­te, das macht dann die ak­tu­el­le Dis­kus­si­on um Tem­po 100 für pas­sio­nier­te Schnell­fah­rer so rich­tig auf­re­gend. Denn es gibt be­kannt­lich be­reits Au­to­bahn­teil­stü­cke, auf de­nen ein re­du­zier­tes Tem­po­li­mit herrscht, et­wa auf der A2 bei Moos­kir­chen.

So viel wie in Halb­jahr

Aus­wer­tun­gen, wie ra­sant die An­zahl der er­tapp­ten Tem­po­sün­der im Ver­gleich zu Bil­dern der al­ten Ra­dar­käs­ten in die Hö­he fuhr, gibt es nur punk­tu­ell. Et­wa im Fall von Dürn­stein: Ver­kehrs­re­fe­rent Sperl be­rich­tet, dass es von Jän­ner bis Ju­ni ins­ge­samt we­ni­ger An­zei­gen gab als al­lein im Ju­li − ab da dürf­te der mitt­ler­wei­le zer­stör­te Ra­dar­kas­ten, da­mals neu ad­jus­tiert, scharf ge­we­sen sein.

„Wir ha­ben aber bei der Aus­wer­tung Rück­stän­de. Ei­ni­ge Tau­send An­zei­gen sind noch nicht über­prüft“, be­tont Sperl. Auch die An­zahl der Di­enst­pos­ten sei ent­schei­dend, um die Men­ge zu ver­deut­li­chen: Üb­li­cher­wei­se hat Sperl für sein Re­fe­rat vier Voll­zeit­jobs − an­ge­sichts der An­zei­genf lut, die jetzt zu be­wäl­ti­gen ist, bräuch­te er 15. Und das nur, weil ei­nes der vier sta­tio­nä­ren Ra­dar­ge­rä­te im Be­zirk neu war.

Auf Au­to­bah­nen mit Tem­po­li­mits ste­hen sta­tio­nä­re Ra­dar­käs­ten

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