Mehr Platz im neu­en Ci­ty Li­ner

Werft­be­such. Auf der Is­le of Wight (GB) wird mit Hoch­druck am 40 Me­ter lan­gen Ka­ta­ma­ran ge­baut.

Kurier - - Politik - VON JO­SEF GEBHARD

Am 40 Me­ter lan­gen Ka­ta­ma­ran wird mit Hoch­druck in ei­ner Werft in Groß­bri­tan­ni­en ge­ar­bei­tet. Rei­se nach Wien be­ginnt im Jän­ner.

Nur schwer kann man sich vor­stel­len, dass das Me­tall-Un­ge­tüm hin­ter dem Fa­b­riks­tor mit dem über­di­men­sio­na­len Uni­on Jack schon ab En­de März auf der Do­nau un­ter­wegs sein wird. Noch ar­bei­ten Schwei­ßer, Elek­tri­ker und Ma­ler an dem 40 Me­ter lan­gen Ka­ta­ma­ran, der An­fang Jän­ner sei­ne Rei­se von der Wight-Shi­p­y­ard-Werft auf der Is­le of Wight (GB) nach Wien an­tre­ten wird.

Von oben be­trach­tet lässt sich die Gestalt des neu­en Twin Ci­ty Li­ners, der künf­tig Wien und Bra­tis­la­va ver­bin­den wird, schon ganz gut aus­ma­chen. Die ein­zel­nen Decks sind im Roh­bau be­reits fer­tig, feh­len nur noch die In­nen­ein­rich­tung, die Au­ßen­haut aus Vi­nyl und die vier Sca­nia-Die­sel­mo­to­ren, die ins­ge­samt rund 4000 PS lie­fern. Das reicht für ei­ne Rei­se­ge­schwin­dig­keit von 60 km/h.

Das Schiff wird die bei­den be­ste­hen­den er­set­zen, die seit rund ei­nem Jahr­zehnt un­ter­wegs sind. Für das De­sign zeich­net In­cat Crow­t­her (Aus­tra­li­en) ver­ant­wort­lich, der Bau wur­de nach Groß­bri­tan­ni­en ver­ge­ben. Die Kos­ten für das 70-Ton­nen-Schiff be­lau­fen sich auf rund sie­ben Mil­lio­nen Eu­ro.

Ob­wohl nur et­wa grö­ßer als sei­ne Vor­gän­ger, bie­tet es mit 250 Sitz­plät­zen fast dop­pelt so viel Platz. Für mehr Kom­fort sol­len un­ter an­de­rem Han­dy-Auf­la­de­sta­tio­nen sor­gen, auch das Spei­se­und Ge­trän­ke­an­ge­bot wird aus­ge­wei­tet.

Das grö­ße­re Platz­an­ge­bot macht es mög­lich, dass künf­tig auf der Do­nau statt zwei nur mehr ein Twin Ci­ty Li­ner un­ter­wegs sein wird. Statt bis­her täg­lich bis zu fünf Hin- und Re­tour­fahr­ten wird es dann nur mehr vier ge­ben. Das soll wirt­schaft­li­che, aber auch öko­lo­gi­sche Vor­tei­le brin­gen: So wer­den pro Tag bis zu 800 Li­ter Sprit ein­ge­spart.

Bis nach Bu­da­pest?

„Wir ha­ben aber mit der Werft ei­nen Op­ti­ons­ver­trag für ein zwei­tes Schiff ab­ge­schlos­sen“, sagt Gerd Krä­mer von der Cen­tral Da­nu­be Gm­bH – ei­ner Ge­sell­schaft der Wien Hol­ding und der Raiff­ei­sen­lan­des­bank NÖ-Wien. Die­ses könn­te viel­leicht ei­nes Ta­ges auf der Stre­cke Wien – Bu­da­pest ein­ge­setzt wer­den. Noch ist ei­ne der­ar­ti­ge Schiffs­ver­bin­dung mit 6,5 Fahrt

Auch das neue Schiff wird rund 75 Mi­nu­ten für die Stre­cke zwi­schen Wien und Bra­tis­la­va be­nö­ti­gen.

Prei­se

Die Ti­cket­prei­se blei­ben i n fast al­len Ka­te­go­ri­en gleich, nur je­ne für das Frei­deck wer­den von 25 auf 27 Eu­ro stei­gen. Der Be­such der Cap­tain’s Lounge wird da­für billiger. www.twin­ci­ty­liner.com St­un­den Fahr­zeit ei­ne küh­ne Vi­si­on. „Doch es gibt lau­fend Ge­sprä­che“, sagt Krä­mer.

Vor­erst gilt es ein­mal, das neue Schiff nach Wien zu brin­gen. Im Jän­ner soll es den Är­mel­ka­nal über­que­ren – ent­we­der aus ei­g­ner Kraft oder ge­schleppt. Dann geht es von Rot­ter­dam über Rhein, Main und Do­nau nach Wien, wo es recht­zei­tig zum Sai­son­start an­lan­den wird.

„Wir sind stolz auf die Er­folgs­ge­schich­te Twin Ci­ty Li­ner“, sagt Fi­nanz­stadt­rat Pe­ter Han­ke (SPÖ). „Mit dem neu­en grö­ße­ren Schiff wird die ein­zig­ar­ti­ge Ver­bin­dung zwi­schen zwei EUHaupt­städ­ten noch um­welt­freund­li­cher und span­nen­der für die Kun­den.“

Roh­bau.

Der „Roh­bau“des neu­en Schnell­ka­ta­marans ist be­reits fer­tig, zu Jah­res­be­ginn wird er über den Är­mel­ka­nal nach Wien auf­bre­chen

Auf der Brü­cke: Rein­hard Karl (Raiff­ei­sen), Fi­nanz­stadt­rat Pe­ter Han­ke (SPÖ) und Kurt Gol­lo­wit­zer (Wien Hol­ding)

Ei­ne Fo­to­vol­ta­ik-An­la­ge er­streckt sich über die Dach­ter­ras­se

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