Die er­wärm­te Er­de schlägt kräf­tig zu­rück

Nur noch zwölf Jah­re ha­ben wir, um die dra­ma­ti­sche Erd­er­wär­mung zu stop­pen. Wann fan­gen wir an?

Kurier - - Politik - HEL­MUT BRANDSTÄTT­ER eMai­lan: hel­mut.brand­staet­[email protected]­ri­er.at auf­Twitter­fol­gen: @HBrand­staet­ter

Nach­rich­ten aus den ver­gan­ge­nen Ta­gen:

– Ei­ne Agen­tur der UNO warnt, dass die Er­de nur noch zwölf Jah­re Zeit hat, um die glo­ba­le Er­wär­mung zu stop­pen.

– Nach schwe­rem Un­wet­ter werden zwei Deut­sche auf Mallor­ca ver­misst, zehn Men­schen sind ge­stor­ben.

– VW-Chef Her­bert Diess droht, in sei­nem Kon­zern sei­en „et­wa 100.000 Ar­beits­plät­ze in Ge­fahr, wenn die EU zu schar­fe Grenz­wer­te be­schließt“.

– Der Hur­ri­kan Micha­el ver­wüs­tet Tei­le Flo­ri­das. – Do­nald Trump er­klärt: „Wir werden der Spur des Hur­ri­kans fol­gen, wir sind di­rekt hin­ter ihm.“

Wahr­schein­lich ist es dem ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten gar nicht auf­ge­fal­len, was er da ge­sagt hat: Wir, die rund 7,6 Mil­li­ar­den Er­den­bür­ger (heu­te kom­men wie­der rund 220.000 net­to da­zu) kön­nen den Hur­ri­kans, Stür­men und Über­schwem­mun­gen nach­lau­fen un­d­wir­kön­nen­nach­Ver­wüs­tun­gen­wie­der­auf­räu­men. Aber wir ha­ben noch im­mer kei­nen Kon­sens dar­über, wie wir die in­zwi­schen dra­ma­ti­sche Erd­er­wär­mung stop­pen. Beim ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten kommt noch da­zu, dass ihn das über­haupt nicht in­ter­es­siert. In Bob Wood­wards Buch „Fe­ar“kann man nach­le­sen, dass Trump das Pa­ri­ser Ab­kom­men, das den Aus­stoß von Treib­ga­sen­re­du­zie­ren­soll­te, ein­fach­kün­dig­te, weil­sein Vor­gän­ger Oba­ma es un­ter­schrie­ben hat­te.

Wir­ha­ben­a­bern­ur­noch­zwöl­fJah­re, mehr­nicht, um die Erd­er­wär­mung in den Griff zu be­kom­men, sonst steigt die Tem­pe­ra­tur um fünf Grad bis zum Jahr 2100. Da reicht nicht nur die Re­duk­ti­on von CO2, im UNO-Be­richt wird auch ei­ne Me­tho­de vor­ge­schla­gen, künf­ti­ge Treib­haus­ga­se aus der At­mo­sphä­re her­aus­zu­fil­tern. Nach­teil: Die­seMe­tho­de­mus­sers­ter­fun­den­wer­den. Ef­fi­zi­ent wä­re ei­ne Auf­fors­tung, aber wäh­rend die Ex­per­ten­die­senSatz­schrie­ben, wur­de­derRe­gen­wal­dinSüd­ame­ri­ka wei­ter un­ge­bremst ab­ge­holzt.

Es geht um die Zu­kunft un­se­rer Kin­der

Autoss­ind­nu­r­einTeil­des­Pro­blems, aber­hier­ha­ben­ge­ra­de die sonst so er­folg­rei­chen Deut­schen bei der In­no­va­ti­on ge­schla­fen, ja so­gar Kun­den und Be­hör­den ge­täuscht. Die EU-Mi­nis­ter ha­ben nun ei­ne Ver­rin­ge­rung des Schad­stoff­aus­sto­ßes für Au­tos um 35 Pro­zent bis 2021be­schlos­sen. BeimVolks­wa­gen-Kon­zern, wo­ja­be­son­ders ge­trickst wur­de, sieht man jetzt gleich ein Vier­tel der Jobs be­droht. Das klingt nach Trump, der auch nicht über die Ver­bren­nung von Kohle hin­aus­den­ken kann. Der frü­he­re Ford-Chef Da­ni­el Go­eu­de­vert fragt in Rich­tung von VW-Chef Diess: „Hat der kei­ne Kin­der?“

Der Kli­ma­wan­del wird letzt­lich auch Frie­den und De­mo­kra­tie in­fra­ge stel­len. Die Mi­gra­ti­on muss zu­neh­men, wenn Tei­le der Er­de nicht mehr be­wohn­bar sein werden oder un­ter den Mee­res­spie­gel sin­ken. Und oh­ne glo­ba­le Lö­sun­gen werden in ei­ni­gen Jah­ren ein­zel­ne Staa­ten zu ra­di­ka­len Lö­sun­gen grei­fen, oh­ne Rück­sicht auf de­mo­kra­ti­sche Pro­zes­se oder die In­ter­es­sen von Nach­barn. Wie ge­sagt: Zwölf Jah­re ha­ben wir noch.

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