IN BA­DEN Micha­el Lak­ners Ins­ze­nie­rung von Beet­ho­vens „Fi­de­lio“ist durch­wach­sen

Kurier - - Rätsel · Kultur - – B. PÁLFFY

Kri­tik. In Zei­ten, in de­nen je­mand ein Kon­su­lat be­tritt, um es nie mehr zu ver­las­sen, hat es wohl sei­ne Be­rech­ti­gung, Flo­res­tan in Beet­ho­vens „Fi­de­lio“als ak­tu­el­len Auf­de­cker zu se­hen, den der au­to­kra­ti­sche Gou­ver­neur Pi­zar­ro ein­fach ver­schwin­den lässt. Die­sem ak­tua­li­sie­ren­den An­satz, mit dem Micha­el Lak­ners Ins­ze­nie­rung in Ba­den an das Werk her­an­geht, ist nicht zu wi­der­spre­chen. Dass Han­dys da­bei ei­ne gar gro­ße Rol­le spie­len und das Out­fit der Staats­ge­fan­ge­nen im Guan­ta­na­mo-Knall­or­an­ge ge­hal­ten ist, ist schon et­was ab­ge­grif­fen. Um die mu­si­ka­li­sche Sei­te be­müht sich Ba­dens Chef­di­ri­gent Franz Jo­sef Brez­nik mit Hin­ga­be, schlägt be­leb­te Tem­pi an und ani­miert sei­ne nicht eben opern­ge­wöhn­te Schar best­mög­lich. Als auf­op­fern­de Gat­tin Leo­no­re fin­det Mar­ga­re­te Ren­wart zu be­rüh­ren­den Tö­nen und dra­ma­ti­schen Aus­brü­chen. Rein­hard Ales­sandri bringt für Flo­res­tan ein pas­sen­des, leicht ba­ri­to­na­les Tim­bre mit, stößt aber bei den ex­po­nier­ten Stel­len der Par­tie an vo­ka­le Gren­zen. Der Pi­zar­ro von Sé­bas­ti­an Sou­lès prunkt mit Durch­schlags­kraft. Dass Mar­zel­li­ne – Clau­dia Goebl als selbst­be­wuss­tes Gir­lie – zu dem ju­gend­li­chen Hü­nen Erik Rou­si als Roc­co „Pa­pa“sagt, trotzt ei­ner sinn­vol­len Al­ters­struk­tur. Was den Abend ins­ge­samt er­freu­lich macht, ist die rund­um spür­ba­re Hin­ga­be an Beet­ho­ven. KU­RI­ER-WER­TUNG:

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