Ita­li­ens Re­gie­rung bleibt auf Kon­fron­ta­ti­ons­kurs

Bud­get­streit. EU räumt Zeit für Än­de­run­gen ein

Kurier - - Wirtschaft - – IRE­NE MAY­ER-KILANI, ROM

Das Tau­zie­hen zwi­schen Rom und Brüssel geht in die nächs­te Run­de: Die ita­lie­ni­sche Re­gie­rung zeigt sich beim Bud­get­streit wei­ter un­ein­sich­tig. Ei­nen Tag nach dem er­war­te­ten Nein aus Brüssel zu dem ita­lie­ni­schen Bud­get­plan stellt sich die Fünf-Ster­ne- und Le­ga-Re­gie­rung auf stur. Die EUKom­mis­si­on hat Ita­li­en ei­ne drei­wö­chi­ge Frist ein­ge­räumt, um die Haus­halts­plä­ne zu än­dern.

Kein Plan B, kein Ent­ge­gen­kom­men, „wir zie­hen das Bud­get durch“– so lau­tet der Te­nor der bei­den Vi­zeP­re­miers, Fünf Ster­ne-Chef Lu­i­gi Di Maio und Le­ga-Chef Mat­teo Sal­vi­ni. „Die EUKom­mis­si­on kann uns auch noch zwölf Brie­fe schrei­ben, wir wer­den an un­se­rem gut durch­dach­ten Haus­halts­ent­wurf nicht rüt­teln“, er­klär­te Sal­vi­ni. Und wei­ter: „Wir er­lau­ben nicht, dass den Ita­lie­nern auch nur ein Eu­ro aus der Ta­sche ge­zo­gen wird.“

Ver­söhn­li­cher zeigt sich Pre­mier Gi­u­sep­pe Con­te, der noch vor Brüs­sels Ab­leh­nung er­klär­te, er sei be­reit, sich mit den EU-Kom­mis­sa­ren an ei­nen Tisch zu set­zen. Da­bei ließ er durch­klin­gen, dass es noch ei­nen Spiel­raum für Nach­jus­tie­run­gen gä­be. Mög­lich wä­ren laut Wirt- schafts­zei­tung Il So­le 24 Ore Än­de­run­gen beim Pen­si­ons­al­ter und der Hö­he des Bür­ger­ein­kom­mens. Staats­prä­si­dent Ser­gio Mat­ta­rel­la, der als Ga­rant in Brüssel gilt, hob die Be­deu­tung ei­nes aus­ge­wo­ge­nen Haus­halts her­vor.

Neu­er Ent­wurf ?

Laut Pro­gno­sen von Öko­no­men wer­den die Ri­si­ko­auf­schlä­ge für Ita­li­en-Bonds stei­gen und die Ak­ti­en­kur­se wei­ter sin­ken. Das al­lein könn­te die Re­gie­rung zum Ein­len­ken zwin­gen. Bis 13. No­vem­ber muss Ita­li­en nun ei­nen neu­en Ent­wurf vor­stel­len. Bis zum 30. No­vem­ber müss­te die EU-Kom­mis­si­on dann ih­re neue Be­wer­tung ab­ge­ben. Vor­ab tref­fen sich die Eu­ro-Fi­nanz­mi­nis­ter am 5. No­vem­ber – ei­ne Mög­lich­keit für die ita­lie­ni­sche Re­gie­rung den EU-Part­nern ih­re Plä­ne zu er­läu­tern.

Als pro­ble­ma­tisch be­zeich­net Öko­no­min Lau­ra Bal­do­ni vor al­lem die an­ge­nom­me­nen Wachs­tums­ra­ten beim vor­ge­leg­ten Bud­get­plan: „Das Pro­blem sind die wirt­schaft­li­chen Per­spek­ti­ven, die nicht gut sind und das schlägt ne­ga­tiv durch. Das De­fi­zit nimmt nicht ab und die Schul­den wer­den eben­falls nicht we­ni­ger.“

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