Das gel­be U-Boot ver­senkt Ra­pid

Eu­ro­pa Le­ague. Das Ex­pe­ri­ment Drei­er­ket­te ging schief. Villarreal be­siegt ganz schwa­cheWie­ner mit 5:0

Kurier - - Sport - AUS VILLARREAL ALEX­AN­DER HU­BER

Ra­pid­machtauch­in­derK­ri­se schlech­te Fi­gur. Dass die Se­rie an Eu­ro­pa­cup-Nie­der­la­gen in Spa­ni­en fort­ge­setzt wer­den dürf­te, war nach den jüngs­ten Rück­schlä­gen zu­er­war­ten. Wie­leich­tVil­lar­re­al der ers­te Heim­sieg die­ser Sai­son ge­macht wur­de, war aber er­schre­ckend. „Gel­be­sU-Boot“wird­derKlub­aus der Kle­in­stadt na­he Va­len­cia ge­nannt. AmEn­de­gin­gRa­pid mit 0:5 un­ter.

Im Ver­gleich zum 0:3 in Hart­berg hat­te Di­di Küh­bau­er „nur“drei Spie­ler ge­tauscht. Die größ­te Ve­rän­de­rung war aber das neue Sys­tem. Mül­dür kam als drit­ter In­nen­ver­tei­di­ge­ri­ne­in3-4-21, das ge­gen den Ball (al­so meis­tens) zum 5-4-1 wur­de. Er soll­te rechts ne­ben Sonn­leit­ner ver­tei­di­gen, Ba­rac links ne­ben dem Ab­wehr­chef. Der Plan sah vor, dass der­drit­teRück­keh­rerBe­ri­sha ge­mein­sam mit Murg Stür­mer Alar da­bei un­ter­stützt, den be­kannt star­ken Spiel­auf­bau der Gel­ben zu stö­ren.

Funk­tio­niert hat das frei­lich gar nicht.

Feh­ler-Or­gie

Es gab Feh­ler oh­ne En­de. Den ers­ten in Mi­nu­te 8, als Stre­bin­ger zö­ger­te: Ekam­bi kam in ei­nen Press­ball, der fa­stimTor­lan­de­te. De­mStür­mer aus Ka­me­run wur­den in den ers­ten 20 Mi­nu­ten noch zwei wei­te­re Groß­chan­cen auf­ge­legt, je­weils von Ba­rac, der nach sei­ner Kopf­ver­let­zung von Glas­gow völ­lig ori­en­tie­rungs­los wirk­te.

Aber auch Ra­pid war dem ers­ten Tor na­he. Alar kam in bes­ter Po­si­ti­on zum Ab­schluss, schoss aber zu schwach (11.). Als die nur 15.000 Zu­schau­er zu pfei­fen be­gan­nen, wur­de Bo­lin­go­li zum Hel­fer. Der Bel­gi­er hob (wie­der ein­mal) das Ab­seits auf, Stre­bin­ger warf sich Ekam­bi­ent­ge­gen, der­flank­te auf For­nals – 1:0 (28.). Den nächs­ten Pat­zer leis­te­te sich Mül­dür mit ei­ner schlech­ten Kopf­abwehr, Ekam­bi ver­nasch­te Ba­rac – 2:0 (30.).

Da­mit war das Selbst­ver­trau­en zu­rück, das 3:0 in Mi­nu­te 45 die lo­gi­sche Fol­ge. Wie­der war Ekam­bi hand­lungs­schnel­ler als Ba­rac, der noch ab­fälsch­te.

Das Ex­pe­ri­ment Drei­er­ket­te ist wie­der ein­mal ge­schei­tert. Auch im 4-2-3-1 (mit Jo­ker Ivan) kam Ekam­bi zu ei­nem Sit­zer. Nach ei­ner St­un­de ver­letz­te sich wie in Glas­gow Be­ri­sha. Thurn­wald kam, mach­te ei­nen Feh­ler und sah ei­nen per­fek­ten Kon­ter – Ra­ba schob zum 4:0 ein (63.).

Auch in Über­zahl (nach Gelb-Rot für Cos­ta) wur­den die Wie­ner aus­ge­kon­tert, Mo­re­no hat­te leich­tes Spiel (85.). „Das war ei­ne Lehr­stun­de über 90 Mi­nu­ten“, er­kann­te Stre­bin­ger. Ra­pid ist nun Drit­ter hin­ter Villarreal.

Küh­bau­ers Schlüs­se

Am Sonn­tag war­tet ge­gen die Ad­mi­ra ein Pflicht­sieg im Kamp­f­um­dieTop-6 in der Li­ga. In die­ser Form ist aber selbst ge­gen den Letz­ten ein Heim­er­folg nicht zu er­war­ten. Das ist auch Küh­bau­er be­wusst, der sag­te: „Ich will mich nicht in Ra­ge re­den, die Spie­ler sind am Bo­den. Aber am Frei­tag muss ich Wor­te fin­den, die sie ver­ste­hen.“Zu sei­nen Schlüs­sen aus dem De­ba­kel meint er: „Ich zie­he sie, aber das klä­ren­wir zu­erst in­tern. Es liegt kau­mamSys­tem.“

In der Zu­schau­er­rol­le: Die Ra­pid­ler staun­ten nicht schlecht, wie Villarreal (im Bild To­ko Ekam­bi) ei­ne Chan­ce nach der an­de­ren ver­jux­te und den­noch fünf Mal traf

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