Der ganz ganz klei­ne Nick

Ver­ges­sen. Vor den be­rühm­ten Er­zäh­lun­gen von Go­scin­ny un­dSem­pé er­schie­nen Co­mic-Strips

Kurier - - Freizeit - VON PE­TER PISA

Wie­al­les­be­gann... Beim­klei­nen Nick­weiß man es.

Be­vor „Pe­tit Ni­co­las“be­rühmt wur­de, be­vor die Ge­schich­ten von Re­né Go­scin­ny (spä­ter Au­tor von As­te­rix und Lu­cky Lu­ke) und dem Zeich­ner Sem­pé be­rühmt wur­den, ga­bes ihn– als far­bi­gen Co­mic-Strip.

Ver­öf­fent­licht nur von Sep­tem­ber1955­bisMai1956 in­dem­bel­gi­schenMa­ga­zinLe Mous­tique. Da­nach kam die Ver­wand­lung: Mehr Text von Go­scin­ny und je­weils drei, vier Schwarz-Weiß-Il­lus­tra­tio­nen von Je­anJac­ques Sem­pé.

Trom­mel­wir­bel

Ab 1960 gab es die ers­ten Sam­mel­bän­de. Acht wur­den es. Plus fünf Hör­bü­cher. Plus zweiKi­no­fil­me. PlusZei­chen­trick­se­rie.

Die 28 Co­mic-Strips wur- den ver­ges­sen, so­gar von Sem­pé, wie der Fran­zo­se er­zählt; un­d­sos­ind­sie­zu­ei­nem Schatz ge­wor­den, den man jetzt ge­ho­ben hat.

Erst­mals­lie­gen­dieBil­der­ge­schich­ten als Buch vor; auf Deutsch seit vo­ri­ger Wo­che. Al­ses2017zu­nächstinFr­ank­reich auf den Markt kam, schrieb die Zei­tung Le Fi­ga­ro: „Trom­mel­wir­bel, Ap­plaus.“

Sem­pé, kürz­lich 86 Jah­re alt­ge­wor­den(Go­scin­nys­tarb 1977 beim Herz­be­las­tungs­test auf dem Fahr­rad): „In ‚Der­klei­neNick‘ geh­tesi­ners­ter Li­nie um Freund­schaf­ten. Und es ist ei­ne Ge­schich­te, die oh­ne un­se­re Freund­schaft­nicht­mög­lich­ge­we­sen wä­re ... Wir wa­ren wie zwei Mus­ke­tie­re.“

Wie klei­ne Mus­ke­tie­re – dennn­ur­weil­die­sesTe­am­die kind­li­che Denk­wei­se ernst nahm, konn­te ein so tref­fen­der Blick auf die spin­ner­ten Er­wach­se­nen ge­wor­fen wer­den.

Nur weil sich Go­scin­ny – er wuchs we­gen des Be­rufs sei­nes Va­ters in Bu­e­nos Ai­res auf­und­ging­dort in­ei­n­e­fran­zö­si­scheSchu­le– so­gutan­die ei­ge­ne Ju­gend er­in­nern konn­te.

Tuut-tuut

Der 60 Jah­re al­te Hu­mor ist nicht an­ti­quiert. Man schmun­zelt so­fort über die­sen Bu­ben.

An­fangs ist Nick noch et­was pum­me­lig. Auch hat er noch nicht sei­ne Schul­freun­de für Strei­che und kennt noch nicht Lui­schen, die Nick spä­ter ein­mal hei­ra­ten möch­te.

Aber er kann schon den Nach­barn sek­kie­ren und sei­nen Va­ter so­wie­so. Im al­ler­letz­ten Co­mic-Strip hat er ihn so­weit: Pa­pa fährt Rad und macht tuut-tuut-tuut, und ei­ne frem­de Frau sagt: „Ar­mer Kerl. Schon schlimm, wenn man so früh ver­blö­det.“

Go­scin­ny/Sem­pé: „Der klei­ne Nick. Wie al­les be­gann“Dio­ge­nes Ver­lag. 48 Sei­ten. 18,50 Eu­ro

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