Sie war der fal­sche Weg“

Kurier - - Interview -

Drit­tel aus Son­nen­en­er­gie kom­men.

Ist es rea­lis­tisch, dass bis 2030 hun­dert Pro­zent des Ge­samt­strom­ver­brauchs aus er­neu­er­ba­rer Ener­gie kom­men?

Das Ziel ist sehr am­bi­tio­niert, aber tech­nisch mach­bar. Wir müs­sen nur viel, viel schnel­ler wer­den. Wenn wir im Tem­po der Ver­gan­gen­heit wei­ter­ma­chen, wird es nicht er­reich­bar sein.

Wel­che braucht es?

Das Geld auf­zu­stel­len ist nicht das The­ma. Es gibt zwei Din­ge, die da­ge­gen wir­ken. Es muss am Markt wirt­schaft­lich sein. Hier gibt es zwei An­sät­ze. Die ei­nen sa­gen, wir brau­chen

In­ves­ti­tio­nen mehr För­de­run­gen. Da­bi­nich­einGeg­ner, denn wir­kön­nen­nicht­aufDau­er för­dern. Oder es muss ein Markt­preis ent­ste­hen, der die­se Tech­no­lo­gi­en auch ein­setz­bar macht.

Der zwei­te An­satz ist, dass die Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren schnel­ler wer­den müs­sen.

Wie

lan­ge

dür­fen

sol­che Ver­fah­ren dau­ern?

Die Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fung hat der­zeitz­weiF­ris­ten: In­de­r­ers­ten In­stanz neun Mo­na­te und für die zwei­te sechs Mo­na­te. Der Ge­setz­ge­ber sagt, in­15Mo­na­ten­sei­dihr mit­de­mGan­zen­fer­tig. Das ist ver­nünf­tig. In der Pra­xis dau­ern­a­ber dieVer­fah­ren ex­trem lang. Das muss man in den Griff be­kom­aus. men. Das Ver­fah­ren bei der 380 kV-Hoch­span­nungs­lei­tung dau­ert bei­spiels­wei­se schon län­ger als sechs Jah­re.

Die Grü­nen leh­nen Atom­kraft­wer­ke ab. Wie viel Strom aus Atom­kraft­wer­ken im­por­tie­ren wir?

Das kann man nicht wirk­lich fest­stel­len. Denn wir kön­nen ihn nicht iden­ti­fi­zie­ren, wenn wir Strom aus Deutsch­land oder Tsche­chi­en be­zie­hen. Wir kön­nen aber un­se­ren Kun­den Strom aus 100 Pro­zen­tWas­ser­kraft aus TÜVSüd zer­ti­fi­zier­ten Kraft­wer­ken ga­ran­tie­ren.

Wie ste­hen Sie zu den Atom­kraft­wer­ken?

Atom­kraft­wer­ke sind am En­de. Deutsch­land steigt de­fi­ni­tiv mit 2022 Ös­ter­reich ist nie ein­ge­stie­gen. Frank­reich be­zieht 70 Pro­zent des Stroms aus Atom­kraft. Grund­sätz­lich glau­be ich, dass in Eu­ro­pa kaum mehr Atom­kraft­wer­ke ge­baut wer­den. Es wer­den je­den­falls mehr vom Netz ge­hen als neue kom­men. Atom­kraft war der fal­sche Weg. Der Atom­müll hat ei­ne Halb­werts­zeit von 20.000 Jah­ren. Wenn man die­se Kos­ten kal­ku­lie­ren wür­de, hät­te sich Atom­kraft nie ge­rech­net. Man hatein­fach­ge­sagt, dieKos­ten trägt die All­ge­mein­heit. Es ist ei­ne teu­re Ener­gie. Au­ßer­dem ha­ben wir kei­ne End­la­ger.

„Die Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren müs­sen viel schnel­ler wer­den. Sonst er­rei­chen wir das Kli­ma­ziel 2030 nicht.“

An­zen­gru­ber: „Wir kön­nen er­neu­er­ba­re Ener­gi­en nicht auf Dau­er för­dern. Sie müs­sen sich rech­nen“

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