Welt­spar­tag? – bes­ser Ener­gie­spar­tag!

Kurier - - Forum - ANDRE­AS HAGLEITNER

Pünkt­lich um den Welt­spar­tag (31. Ok­to­ber) her­um fra­gen sich vie­le Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten, wo sie ihr Geld wirk­lich ge­winn­brin­gend und si­cher an­le­gen kön­nen. Ak­tu­ell sind die Aus­sich­ten für die meis­ten An­la­ge­for­men zu­neh­mend reg­ne­risch bis stür­misch: Spar­bü­cher (wie auch vie­le An­lei­hen) wer­fen seit Jah­ren kaum Zin­sen ab und die In­fla­ti­on frisst die Er­trä­ge wie­der auf. Dar­an wer­den auch dem­nächst die stei­gen­den Zin­sen nichts än­dern. Im ver­gan­ge­nen Jahr­zehnt gin­gen den Ös­ter­rei­chern so Jahr für Jahr Mil­li­ar­den­wer­te ver­lo­ren. Das zei­gen Stu­di­en wie der Al­li­anz-Ver­mö­gens­re­port, der uns im Eu­ro­pa­ver­gleich bei der Geld­an­la­ge ein be­son­ders schlech­tes Zeug­nis aus­stellt. An­ge­sichts der stei­gen­den Un­si­cher­heit auf den Ka­pi­tal­märk­ten wird sich dar­an auch wei­ter­hin we­nig än­dern. Al­ter­na­ti­ve und si­che­re In­ves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten sind ge­fragt – und lie­gen so nah, näm­lich in den ei­ge­nen vier Wän­den! Hier soll es aber nicht um den An­kauf von Im­mo­bi­li­en („Be­ton­gold“) ge­hen, son­dern um die lang­fris­ti­ge Mög­lich­keit En­er­gie und Geld zu spa­ren.

Stei­gen­de Be­las­tung

Ein durch­schnitt­li­cher ös­ter­rei­chi­scher Haus­halt gibt heu­te jähr­lich rund 3.000 Eu­ro für En­er­gie aus, bei vie­len sind es mehr. Bis zu 90 Pro­zent da­von sind im Wohn­be­reich auf Warm­was­ser­be­rei­tung und Hei­zung zu­rück­zu­füh­ren. Seit ei­ni­gen Mo­na­ten stei­gen die Ener­gie­prei­se al­ler­dings sprung­haft an. Wer sich da­von jetzt über­rascht zeigt (und vi­el­leicht po­li­ti­sche Hil­fe in Form von „Heiz­kos­ten­zu­schüs­sen“ein­for­dert), ruft nur nach Sym­ptom­be­kämp­fung. Ei­ne lang­fris­ti­ge Hil­fe wür­de durch ei­ne mu­ti­ge Steu­er­re­form mit öko­lo­gi­schen Kom­po­nen­ten mög­lich.

Ma­chen wir uns nichts vor: Mit dem Start der Heiz­pe­ri­ode wer­den wie­der Hun­dert­tau­sen­de ver­al­te­te Heiz­kes­sel, die sich auf dem tech­ni­schen Stan­dard der 1970er be­fin­den, un­nö­tig Geld ver­bren­nen und die Kli­ma­er­wär­mung an­trei­ben. Der Re­kord­som­mer mit ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren, Tro­cken­heit hat den Fo­kus et­was zu­rück in Rich­tung Umweltpoli­tik und Kli­ma­schutz ver­rückt. Die „Sa­nie­rungs­ra­te“sta­gniert al­ler­dings wei­ter, wir ha­ben es lang­sam mit ei­ner um­welt­po­li­ti­schen Groß­bau­stel­le in un­se­ren Hei­zungs­kel­lern zu tun. Hier an­zu­set­zen ist wirk­lich wirk­sa­me Um­welt- (und So­zi­al-)po­li­tik. Mit der Um­set­zung der Kli­ma- und Ener­gie­stra­te­gie kom­men ab dem kom­men­den Jahr zum hö­he­ren Be­wusst­sein hof­fent­lich auch at­trak­ti­ve (ein­fach ge­stal­te­te) För­de­run­gen für die Er­neue­rung von Hei­zungs­und Warm­was­ser­be­rei­tungs­an­lan­gen.

Für die Kon­su­men­ten gilt: Wer sei­ne Er­spar­nis­se in die ei­ge­ne Woh­nung in­ves­tiert, er­höht ne­ben dem Wert der Im­mo­bi­lie auch die Le­bens­qua­li­tät. Be­hag­lich­keit da­heim, Ener­gie­spa­ren, Kli­ma­schutz und hö­he­re Ver­sor­gungs­si­cher­heit ge­hen dann Hand in Hand. Ähn­li­ches gilt für an­de­re Be­rei­che, wo man mit Ver­hal­tens­än­de­rung und/ oder mo­der­nen Ge­rä­ten En­er­gie und Geld spa­ren kann. Um­welt­schutz be­ginnt da­heim. Dar­über nach­zu­den­ken zahlt sich aus!

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