So spielt sich das neue Dop­pel Wi­en/Va­duz auf die Gel­der von Ver­mö­gen­den ein

Pri­vat­ban­ken. Nach der Fu­si­on von LLB und Con­stan­tia soll jetzt mehr Di­gi­ta­li­sie­rung zum Ein­satz kom­men.

Kurier - - Wirtschaft - VON CHRIS­TI­NE KLAFL

Sem­per, la­tei­nisch für im­mer, be­kam die Pri­vat­bank Con­stan­tia als Zu­satz­na­men, als sie mehr­heit­lich vom Bau-Ty­coon Hans-Pe­ter Ha­sel­stei­ner und Sa­nie­rer Er­hard Gross­nigg über­nom­men wur­de. Jetzt, neun Jah­re da­nach, ist die­ses „Sem­per“al­ler­dings schon Ge­schich­te. Die Liech­ten­stei­ni­sche Lan­des­bank (LLB) hat die Pri­vat­bank kom­plett über­nom­men.

„Ur­sprüng­lich war der Plan schon für im­mer. Aber wenn du Gott zum La­chen brin­gen willst, er­zähl ihm von dei­nen Plä­nen“, sagt Bern­hard Ram­sau­er ver­schmitzt. Als Vor­stands­chef hat er die Wie­ner Pri­vat­bank in die Ver­schmel­zung ge­führt und lei­tet jetzt die fu­sio­nier­te LLB (Aus­tria) AG.

Die Braut­wer­bung aus Liech­ten­stein sei an­fangs schon ein Schock für ihn ge­we­sen, er­zählt Ram­sau­er. Schließ­lich ha­be sich aber her­aus­ge­stellt, dass sich die per- fek­ten Part­ner ge­fun­den hät­ten. Die LLB ge­hört zu 57 Pro­zent dem Land Liech­ten­stein, der Rest ist bör­se­no­tiert. In Ös­ter­reich ist die LLB seit 2009 ver­tre­ten, „zwei Häu­ser wei­ter vom Sitz der Con­stan­tia“, so Ga­b­ri­el Bren­na, der dem Auf­sichts­rat der fu­sio­nier­ten Bank in Wi­en vor­sitzt.

Ram­sau­ers Ziel war es, bei den ver­wal­te­ten Ver­mö­gens­wer­ten deut­lich zu wach­sen. „Und da sind jetzt durch die LLB drei Mil­li­ar­den Eu­ro da­zu ge­kom­men“, freut er sich. Als Ram­sau­er 2015 Chef der Sem­per Con­stan­tia wur­de, ver­wal­te­te sie elf Mil­li­ar­den Eu­ro, zu­letzt wa­ren es 18 Mil­li­ar­den; macht ge­mein­sam mit der LLB 21 Mil­li­ar­den Eu­ro. Da­mit dürf­te das fu­sio­nier­te In­sti­tut mit der Bank Gut­mann um­die Spit­ze am Markt mit den Rei­chen rit­tern. Mit der Grö­ße kön­nen die durch­schnitt­li­chen Spe­sen sin­ken. „Das Bank­ge­schäft ist ein Skalen­ge­schäft“, sagt Ram­sau­er, der sich nach Über­nah­me­kan­di­da­ten um­schaut.

Fonds und Im­mos

„Wir wol­len so prä­sent sein, dass Ver­mö­gen­de an uns nicht vor­bei kom­men“, ha­ben sich Ram­sau­er und Bren­na vor­ge­nom­men. Für die LLB in Ös­ter­reich neu ist das Fonds- ge­schäft, das die Con­stan­tia in die Ehe mit­ge­bracht hat. Auch das Ge­schäft mit Ge­wer­be-Im­mo­bi­li­en „kannten wir noch nicht“, sagt Bren­na. Für die Kun­den der Liech­ten­stei­ner im Mitt­le­ren Os­ten sei das be­son­ders in­ter­es­sant.

Die neue Bank ha­be deut­lich an Bo­ni­tät ge­won­nen, freut sich Ram­sau­er, weil die Mut­ter in Liech­ten­stein mit ei­ner Bo­ni­täts­no­te (Ra­ting) ver­se­hen ist. Zu­dem kom­me jetzt ein Schub an neu­er Tech­no­lo­gie. Die LLB nimmt da­für ge­ra­de 25 Mil­lio­nen Eu­ro in die Hand, un­ter an­de­rem für die täg­li­che Über­wa­chung der Port­fo­li­os.

Ziel der Bank ist es, mit Mei­nun­gen zu den Ent­wick­lun­gen an den Fi­nanz­märk­ten künf­tig prä­sen­ter zu sein. „Der ri­si­ko­lo­se Zins­satz ist zum zins­lo­sen Ri­si­ko ge- wor­den“, sagt Ram­sau­er. Wer kein Ri­si­ko ein­ge­hen wol­le, ver­lie­re Geld – weil die Kauf­kraft schwin­det. Er rät, an schwa­chen Bör­sen­ta­gen im­mer wie­der zu­zu­kau­fen. Die eu­ro­päi­schen Ak­ti­en­märk­te sei­en über­pro­por­tio­nal zu schwach. Da sei durch­aus noch Po­ten­zi­al vor­han­den.

Im Früh­jahr wird Ram­sau­er üb­ri­gens in den Auf­sichts­rat wech­seln.

Bank­chef Bern­hard Ram­sau­er (li.), Auf­sichts­rats­chef Ga­b­ri­el Bren­na: Wol­len sich neue Kun­den an­la­chen Zo­nen­tren­nung.

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