Für die Re­li­gi­ons­frei­heit „nicht not­wen­dig“

Das Ur­teil. Was die EU-Rich­ter ent­schie­den, wie es da­zu kam und wie es ju­ris­tisch wei­ter­geht

Kurier - - Politik - – PAN

Was hat der EuGH am Di­ens­tag ent­schie­den? Das Ur­teil be­sagt, dass die der­zeit gel­ten­de Re­ge­lung, wo­nach der Kar­frei­tag für An­ge­hö­ri­ge der evan­ge­li­schen, der alt­ka­tho­li­schen und der Me­tho­dis­ten­kir­che ein Fei­er­tag ist, für al­le an­de­ren je­doch nicht, ei­ne „Dis­kri­mi­nie­rung der Re­li­gi­on we­gen“dar­stellt.

Als Be­grün­dung führt das Gre­mi­um an, dass die hei­mi­sche Re­ge­lung „zum Schutz der Re­li­gi­ons­frei­heit“nicht not­wen­dig sei. Denn die Mög­lich­keit für Ar­beit­neh- mer, ei­nen Fei­er­tag zu be­ge­hen, der nicht auf ei­nen der all­ge­mei­nen ge­setz­li­chen Fei­er­ta­ge fällt, sei im ös­ter­rei­chi­schen Recht be­reits durch die Für­sor­ge­pflicht der Ar­beit­ge­ber ge­gen­über ih­ren Be­schäf­tig­ten ge­re­gelt.

Die be­ste­hen­de Kar­frei­tags­re­ge­lung wür­de folg­lich An­ge­hö­ri­ge an­de­rer Re­li­gio­nen schlech­ter­stel­len.

Wie kam es zu der Ent­schei­dung?

Die ur­sprüng­li­che Kla­ge hat­te ein An­ge­stell­ter beim Ar­beits- und So­zi­al­ge­richt Wi­en ein­ge­bracht, weil er im Ge­gen­satz zu ei­nem Ar­beits­kol­le­gen am Kar­frei­tag oh­ne Fei­er­tags­ent­gelt ar­bei­ten muss­te.

Zwar wur­de die Kla­ge in ers­ter In­stanz ab­ge­wie­sen, da­ge­gen be­rief der Klä­ger je­doch und er­hielt vom Ober­lan­des­ge­richt Wi­en recht. Ge­gen die­se Ent­schei­dung ging der be­klag­te Un­ter­neh­mer beim Obers­ten Ge­richts­hof (OGH) in Re­vi­si­on. Die­ser schick­te den Fall dar­auf­hin zur Vor­ab­ent­schei­dung an den EuGH nach Lu­xem­burg. Wie geht es jetzt wei­ter?

Das Ur­teil des EuGH ist ei­ne all­ge­mein­gül­ti­ge Aus­le­gung des Uni­ons­rechts und gilt mit der Ver­kün­dung des Ur­teils.

Im kon­kre­ten Fall ist nun wie­der der OGH am Zug, der das Ver­fah­ren im Sin­ne des EuGH-Ur­teils ab­schlie­ßen muss. Wie lan­ge das dau­ert, lässt sich laut ei­ner OGHSpre­che­rin noch nicht ab­schät­zen. Alois Obe­re­der, der Rechts­ver­tre­ter des Klä­gers, geht von ei­nem Zei­t­raum zwi­schen drei und neun Mo­na­ten aus.

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