Be­richt: An­ti­mus­li­mi­scher Ras­sis­mus ist in der Spit­zen­po­li­tik an­ge­kom­men

Kurier - - Wien - – BERN­HARD ICHNER

Die Skan­da­li­sie­rung von Staats­bür­ger­schafts­ver­lei­hun­gen an Mus­li­me. Die For­de­rung, Mus­li­men den Zu­gang zu Ge­mein­de­woh­nun­gen zu ver­weh­ren. Oder auch ein Vi­deo, dass im­pli­ziert, Men­schen na­mens Ali oder Musta­fa wür­den die eCard miss­brau­chen. Das al­les sind Vor­fäl­le aus dem Vor­jahr, die es in den „SOS Mit­mensch“-Be­richt über an­ti­mus­li­mi­schen Ras­sis­mus in der ös­ter­rei­chi­schen Spit­zen­po­li­tik ge­schafft ha­ben. Und je­der ein­zel­ne trägt die Hand­schrift der FPÖ.

Auch Mit­glie­der der Bun­des­re­gie­rung sei­en an der Het­ze ge­gen Mus­li­me be­tei­ligt ge­we­sen, kri­ti­siert „SOS

SOS Mit­mensch.

Mit­mensch“-Spre­cher Alex­an­der Pollak – und meint da­mit et­wa Vi­ze­kanz­ler Hein­zChris­ti­an Stra­che oder auch So­zi­al­mi­nis­te­rin Bea­te Har­tin­ger-Klein. Ne­ga­ti­ve Kon­se­quen­zen ha­be das Schü­ren von Res­sen­ti­ments und Ängs­ten, das oft über so­zia­le Me­di­en ge­sche­he, aber für nie­man­den ge­habt, be­klagt die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on.

Was auch an der Hal­tung der ÖVP lie­ge, so Sprach­wis­sen­schaf­te­rin Ruth Wo­dak. Ein Ab­mah­nung durch Bun­des­kanz­ler Se­bas­ti­an Kurz sei in den meis­ten Fäl­len aus­ge­blie­ben. Die­ses Schwei­gen tra­ge da­zu bei, dass „die Gren­zen des Sag­ba­ren aus­ge­lo­tet“wür­den.

„SOS Mit­mensch“will ein Be­wusst­sein für an­ti­mus­li­mi­schen Ras­sis­mus „als ge­sell­schafts­zer­stö­ren­des Phä­no­men“er­wir­ken. Ge­he es doch um ei­nen „kol­lek­ti­ven und un­dif­fe­ren­zier­ten An­griff auf Men­schen auf­grund ei­ner Has­sideo­lo­gie“und nicht um ei­ne kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit Re­li­gi­on. Der Be­richt er­geht nun an al­le Par­tei­en – von de­nen sich die Or­ga­ni­sa­ti­on ein Be­kennt­nis ge­gen Ras­sis­mus er­hofft.

Das­sel­be er­war­tet sich auch die Is­la­mi­sche Glau­bens­ge­mein­schaft. Das Vor­jahr wur­de dies­be­züg­lich al­ler­dings „als ab­so­lu­ter Tief­punkt“wahr­ge­nom­men.

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