Jung, weib­lich, woh­nungs­los: „Zum Auf­ge­ben hab’ ich kei­ne Zeit“

Kurier - - Wien -

Frau H. ist Mut­ter von vier Kin­dern und leb­te fast zwan­zig Jah­re lang im Ter­ror ei­ner Ge­walt­be­zie­hung. Als ihr Mann sie schließ­lich kran­ken­haus­reif prü­gel­te, ka­men die Kin­der zu Pfle­ge­el­tern.

Nach ei­nem lan­gen Spi­tals­auf­ent­halt kämpf­te sich Frau H. zu­rück ins Le­ben. Die Kin­der ka­men wie­der zu ihr, sie leb­ten in ei­ner ei­ge­nen Woh­nung. Dann wur­de die­se durch ei­nen Was­ser­scha­den zer­stört. Da das Haus nicht ver­si­chert war, gab es kei­ne Ent­schä­di­gung.

Schick­sal. Ob­dach­los

Zeit­gleich ging der Ar­beit­ge­ber von Frau H. in Kon­kurs. „Da wur­den mei­ne Kin­der und ich ob­dach­los. So schnell kann das ge­hen. Ich ha­be im­mer mei­ne Mie­te ge­zahlt, bin ar­bei­ten ge­gan­gen, bin we­der al­ko­hol- noch dro­gen­ab­hän­gig. Wer rech­net da­mit?“

Im neu­ner­haus Ha­gen­mül­ler­gas­se fand sie Hil­fe. Auch wenn die Woh­nung „nur“als Über­gang ge­dacht war, war sie ein wich­ti­ger Schritt in Rich­tung Nor­ma­li­sie­rung.

Ge­si­cher­te Wohn­ver­hält­nis­se blie­ben lan­ge ihr größ­ter Wunsch. Und die- ser ging in Er­fül­lung: Frau H., heu­te 44 Jah­re alt, zieht nun in ei­ne ei­ge­ne leist­ba­re Woh­nung mit Be­treu­ung durch neu­ner­haus – und kann so wie­der selbst­stän­dig woh­nen. Zu­dem macht sie ei­ne Aus­bil­dung. Denn wie sie sagt: „Zum Auf­ge­ben kei­ne Zeit.“

Um Men­schen Hil­fe mit Per­spek­ti­ve zu bie­ten, ist neu­ner­haus auf Ih­re Spen­de an­ge­wie­sen.

Spen­den: hab’ ich

Frau H. hat dank neu­ner­haus wie­der ei­ne ei­ge­ne Woh­nung

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