Wien bremst bei Tou­ris­ten­zah­len

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Im Jahr 2018 ver­zeich­ne­te Wien mit 16,5 Mil­lio­nen Näch­ti­gun­gen ei­nen neu­en Gäs­te­re­kord. Wei­te­re Stei­ge­run­gen sind in Zu­kunft nicht mehr ge­plant.

Wer im Ad­vent in Wien war, weiß: Das war eng. Am Weg zur U-Bahn be­weg­ten sich Hun­der­te im Schlen­der­schritt, im Wag­gon hat es sich ge­schoppt, den Ste­phans­platz hat man bes­ser ge­mie­den. Gut, dass der Wien Tou­ris­mus nun auf die Tou­ri-Brem­se steigt. Klar – die Stadt lebt von den Tou­ris­ten, aber von den gu­ten. Von je­nen, die ein paar Ta­ge hier­blei­ben, essen ge­hen, ein­kau­fen. Die Ta­ges­gäs­te, die sich in Bus­sen an­kar­ren las­sen, ei­ne Run­de im ers­ten Be­zirk dre­hen und dann wie­der ge­hen, ver­grau­len ma­xi­mal die In­nen­städ­ter. Zum Glück hat ja Wien noch ei­ne be­wohn­te In­nen­stadt. Und das soll auch so blei­ben. Wien darf nicht Ve­ne­dig wer­den.

ju­lia.sch­[email protected]­ri­er.at

Si­si, Mo­zart, Hun­dert­was­ser, Con­chi­ta: Wien hat so vie­le span­nen­de Fa­cet­ten, liegt im Her­zen Eu­ro­pas, ist zum neun­ten Mal zur be­lieb­tes­ten Stadt der Welt ge­wählt wor­den: Wä­re es nicht äu­ßerst be­un­ru­hi­gend, wenn Wien kein Tou­ris­ten­ma­gnet wä­re? Ja, manch­mal wird es eng. Aber zum ei­nen fühlt sich Wien selbst an stark be­such­ten Ta­gen so an wie London zu sei­nen ru­higs­ten Zei­ten. Zum an­de­ren muss man das im Zen­trum ei­ner Welt­stadt aus­hal­ten. Au­ßer­dem sind wir ja auch im­mer häu­fi­ger selbst auf Ur­laub. Wir kön­nen nicht frem­de Städ­te ent­de­cken wol­len und dann nie­man­den in die ei­ge­ne hin­ein­las­sen.

an­nama­ria.bau­[email protected]­ri­er.at

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