„Shut­down“ge­fähr­det die Si­cher­heit

USA. Mas­si­ve War­nun­gen vor Pan­nen bei Flug­si­cher­heit und Po­li­zei­kon­trol­len

Kurier - - Politik - – DIRK HAUTKAPP, WASHINGTON

Seit 33 Ta­gen ist die US-Bun­des­ver­wal­tung durch den so­ge­nann­ten Shut­down (kei­ne öf­fent­li­chen Gel­der durch Bud­get­streit) lahm­ge­legt. Frank Fig­li­uz­zi und John Pis­to­le sind in Sor­ge. Der ei­ne war bei der Bun­des­po­li­zei FBI für Spio­na­ge-Ab­wehr zu­stän­dig – und sieht Prä­si­dent Do­nald Trump als Shut­down-Ver­ur­sa­cher als „größ­te Be­dro­hung“für Ame­ri­ka. Der an­de­re lei­te­te die Flug­si­cher­heits­be­hör­de TSA – und hofft, dass der Per­so­nal­man­gel an den Air­ports nicht da­zu führt, dass po­ten­zi­el­le Ter­ro­ris­ten ei­ne „Ver­wund­bar­keit aus­zu­nut­zen“.

Ex­per­ten se­hen je­den­falls ernst­haft die na­tio­na­le Si­cher­heit ge­fähr­det, wenn der Shut­down, der 800.000 Staats­be­diens­te­te seit 22. De­zem­ber in den Zwangs­ur­laub zwingt oder oh­ne Lohn in die Ar­beit, nicht um­ge­hend be­en­det wird. Bei der TSA, die für die Kon­trol­le von Mensch und Ma­te­ri­al an den Flug­hä­fen zu­stän­dig ist, hat­ten sich zu­letzt rund 5000 Mit­ar­bei­ter ab­ge­mel­det, um durch be­zahl­te Aus­hilfs­jobs ih­ren Le­bens­un­ter­halt be­strei­ten zu kön­nen. John Pis­to­le warnt: Je­der Shut­downTag ver­grö­ße­re das Ri­si­ko, dass „et­was sehr Schlech­tes“pas­siert, sagt der frü­he­re TSA-Chef. Ge­meint ist ei­ne Flug­ka­ta­stro­phe, die auf lü­cken­haf­te Kon­trol­len des Bo­den­per­so­nals zu­rück­geht.

FBI geht Geld aus

Ähn­lich ge­la­gert sind die Be­fürch­tun­gen der Stan­des­ver­tre­tung der 13.000 FBI-Mit­ar­bei­ter. In ei­nem 72-sei­ti­gen Be­richt hat der Be­rufs­ver­band FBIAA jetzt teil­wei­se bi­zar­re Front­be­rich­te von Bun­des­po­li­zis­ten vor­ge­legt, die un­ter der von Trump und dem Kon­gress ver­ant­wor­te­ten Haus­halts­sper­re lei­den. So kön­nen In­for­man­ten und Dol­met­scher nicht mehr be­zahlt wer­den. Auch für Pro­ben zum ge­ne­ti­schen Fin­ger­ab­druck oder für Han­dy-SIM-Kar­ten fehl­ten die Mit­tel. Vor­la­dun­gen von Schlüs­sel­zeu­gen in Ver­fah­ren ge­gen kri­mi­nel­le Ban­den lie­gen auf Eis. Ver­ein­zelt gibt es in den über 50 FBIZweig­stel­len im Land so­gar kein Geld mehr für Toi­let­ten­Pa­pier oder Er­satz­rei­fen. Der Hand­lungs­spiel­raum vie­ler Agen­ten sei so stark ein­ge­schränkt, dass sich Ter­ror­ver­däch­ti­ge oder Se­xu­al­ver­bre­cher „frei be­we­gen“könn­ten.

Kein Geld beim FBI – auch nicht für Klo­pa­pier und Er­satz­rei­fen

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