Russ­land-Af­fä­re: Die­ses Call­girl soll Be­wei­se ge­gen Trump ha­ben

USA/Russ­land. Nast­ja Ryb­ka woll­te Ver­bin­dun­gen von Trump zum Kreml be­wei­sen. Doch sie än­der­te die Mei­nung.

Kurier - - Internatio­nal - VON SU­SAN­NE BOBEK

Im US-Wahl­kampf 2016 be­zahl­te der rus­si­sche Olig­arch Oleg De­ri­pas­ka den Be­ra­ter des spä­te­ren Prä­si­den­ten Do­nald Trump für Lob­by­tä­tig­kei­ten. Paul Ma­n­a­fort hieß der Mann, der Trumps Wahl­kampf ma­nag­te. Er wur­de von Son­der­er­mitt­ler Ro­bert Mul­ler we­gen ge­hei­mer Ab­spra­chen mit rus­si­schen Ver­tre­tern und sei­nen Lü­gen da­zu an­ge­klagt.

Ei­ne Edel­pro­sti­tu­ier­te und ehe­ma­li­ge Ge­lieb­te von Oleg De­ri­pas­ka macht nun Schlag­zei­len. Die Weiß­rus­sin Ana­stas­si­ja Wa­schuk­je­witsch, die den Künst­ler­na­men Nast­ja Ryb­ka (rus­sisch für Fisch­lein) führt, ist vo­ri­ge Wo­che in Russ­land ver­haf­tet wor­den. Sie wol­le nie­man­den kom­pro­mit­tie­ren, sag­te die jun­ge Frau dem Mos­kau­er Ge­richt, und wur­de am Di­ens­tag wie­der ent­las­sen.

Da­bei soll Wa­schuk­je­witsch wert­vol­le In­for­ma­tio­nen ha­ben, die die di­rek­te Be­zie­hung zwi­schen Trump und dem Kreml be­wei­sen kön­nen. Sie hat­te auf Ins­ta­gram Bil­der von De­ri­pas­kas Yacht­aus­flü­gen in Trumps Wahl­kampf­som­mer 2016 vor der nor­we­gi­schen Küs­te ge­pos­tet.

Mit da­bei war da­mals der Vi­ze-Re­gie­rungs­chef Russ­lands, Ser­gej Pri­chod­ko. Die Her­ren re­de­ten über Frau­en, Ge­schäf­te und die ame­ri­ka­nisch-rus­si­schen Be­zie­hun- gen. Die Edel­pro­sti­tu­ier­te will da­bei meh­re­re Ge­sprä­che auf­ge­nom­men ha­ben. Op­po­si­ti­ons­mann Ale­xej Na­wal­ny trom­melt seit mitt­ler­wei­le ei­nem Jahr, dass die Be­wei­se „die Ket­te“Trump–Ma­n­a­fort–De­ri­pas­ka–Pri­chod­ko–Pu­tin schlie­ßen. Wäh­rend man in den USA nur mä­ßig in­ter­es­siert war, lös­ten die Na­wal­ny-Ver­öf­fent­li­chun­gen in Russ­land im Vor­jahr ei­nen Skan­dal aus.

Sex-Se­mi­nar in Thai­land

Für die schö­ne Nast­ja Ryb­ka wur­de es eng. Sie setz­te sich nach Thai­land ab, wo sie Sex-Se­mi­na­re gab. Doch weil sie kei­ne Ar­beits­er­laub­nis hat­te, wur­de sie im Früh­jahr 2018 ver­haf­tet. Aus Thai­land her­aus bat sie die USA um Hil­fe und bot sich als Zeu­gin an, die „die Ket­te“be­wei­sen kön­ne. Die Ton­bän­der leg­te sie nicht vor.

Vor we­ni­gen Ta­gen wur­de die jun­ge Frau von Thai­land nach Russ­land ab­ge­scho­ben, wo sie gleich am Flug­ha­fen von Moskau we­gen an­geb­li­cher Pro­sti­tu­ti­on ver­haf­tet wur­de. Und jetzt muss sie Ab­bit­te leis­ten: „Ich be­reue zu­tiefst, dass al­les so ge­kom­men ist“, sag­te sie vor Ge­richt – und wur­de aus der U-Haft ent­las­sen. Of­fen­bar war das ei­ne War­nung auch an an­de­re, ver­mu­tet ei­ne rus­si­sche Zei­tung.

Oleg De­ri­pas­ka (50) hat von der Ex-Ge­lieb­ten ge­nug. Er muss­te we­gen der US-Sank­tio­nen ge­gen ihn sei­nen Chef­pos­ten beim Alu­mi­ni­um­rie­sen Ru­sal räu­men und wur­de heu­er zum ers­ten Mal nicht zum Welt­wirt­schafts­fo­rum nach Da­vos ein­ge­la­den. „Statt in Da­vos bin ich am Bai­kal­see ge­lan­det. Zum An­geln“, schrieb er auf Ins­ta­gram. Der Phy­si­ker, der sich zum Roh­stoff kö­nig em­por­ge­ar­bei­tet hat und bes­te Kon­tak­te in den Kreml un­ter­hält, gilt der­zeit als Per­so­na non gra­ta.

Die Weiß­rus­sin Nast­ja Ryb­ka war auf De­ri­pas­kas Yacht­aus­flü­gen da­bei und stell­te Bil­der der il­lus­tren Gäs­te­schar auf Ins­ta­gram. An­geb­lich hat sie Mit­schnit­te von Be­spre­chun­gen

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